Schwierigstes beim Umgang
Ronald Hofbauer, 47 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2013
Zu realisieren, dass der Körper nicht mehr so funktioniert wie zuvor, war für Ronald besonders schwer. Er musste sich erstmal daran gewöhnen, vieles im Alltag zu organisieren, koordinieren und vorauszudenken.
"Naja, sicherlich, dass halt einfach plötzlich man feststellt, es geht nicht mehr. Dass ich mittlerweile… wir haben ein Haus, wir haben das Schlafzimmer im zweiten Stock und unten natürlich Garten und heute ist es so, dass ich mir schon in der Früh überlege, was brauche ich heute unten. Und ich nehme sicherheitshalber gleich eine Jacke mit runter, weil es könnte am Nachmittag kalt werden und ich gehe nicht nochmal schnell rauf und hole eine Jacke. Also man lernt einfach so dieses koordinierte Vorausdenken. Oder man muss sich schon einen Plan machen für das Ganze. Das bedarf einfach auch Übung. Oder eben wie ich vorher auch schon gesagt habe, dieses Einschätzen wo ich heute schon auch noch oft sage: Naja, das mache ich jetzt noch schnell. Und dann feststelle: Nein, nein, das mache ich jetzt mal nicht schnell. Und bin dann halt im ersten Moment völlig schockiert, weil ich feststelle, naja, [unklar] ich dachte, ich mach das jetzt hier nur mal kurz, aber naja, man muss damit umgehen lernen. Man muss damit umgehen lernen, aber das sind schon erschreckende Erlebnisse, sage ich mal so, wenn plötzlich so Standardaktionen plötzlich nicht mehr funktionieren. Oder zur Mühsal werden. Das ist glaube ich das, was mich an der MS am meisten erschreckt hat."
Thema: Schwierigstes beim Umgang