Cladribin
Pia Lessig, 48 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2009
Pia Lessig hatte insgesamt vier Immuntherapien ausprobiert. Sie nimmt aktuell Cladribin (Mavenclad®).
Die Interviewte hatte eine Immuntherapie, welche vom Markt genommen wurde. Sie bekam nach dem Absetzten Schübe und hat sich daraufhin für die Therapie mit Cladribin entschieden. Bisher verträgt sie die Therapie gut und hat keine Schübe.
"Ja, da hatte ich dann halt gleich zwei schwere Schübe nacheinander, als ich da dieses Zinbryta® abgestellt habe, oder ausgeschlichen habe. Und da habe ich eben auch gedacht, ach du Schande, das wird nicht mehr. Weil ich hatte auch so viel, ich war so belämmert im Kopf. Ich weiß nicht, ob das der eine oder andere kennt, dass man eigentlich so das Gefühl hat, als würde man eigentlich so, ja, so leicht besoffen sein.
Aber wie gesagt, auch diese schweren Schübe sind dann wieder weggegangen. Und dann habe ich halt angefangen, das Mavenclad® zu nehmen, also Cladribin®. Und das, da habe ich dann immer schon gedacht, also das ist ja, jetzt zuerst musste ich alle zwei Tage spritzen und jetzt so anderthalb Jahre später nehme ich sechs Tabletten ein Jahr lang und das soll genauso gut helfen. Aber das ist auch eine andere Art und Weise, glaube ich, ne? Also eine andere Wirkart und Weise. Also von daher, so bin ich dann da angelangt und so habe ich jetzt im letzten Herbst im November, glaube ich, habe ich die zweite Ration genommen. Also ich habe 2018 angefangen und 2019 dann die zweite Woche genommen.
Also was ich ganz witzig fand, war eben dieses Spektakel, was man macht, dass man eben die Tabletten nicht berühren darf. Also bei der ersten Ration, als ich die 2018 genommen habe, da war das halt noch der Hochsicherheitstrakt, ne? Vorsichtig beim Aufmachen und das war ja alles ganz, ganz wichtig und gefährlich. Das hat sich jetzt auch geändert. Als ich das 2019 dann genommen habe, da war das alles nicht mehr so spektakulär. Aber ansonsten war das super. Also ich habe artig meine Tabletten geschluckt und habe danach nie wieder etwas gemerkt oder gehabt oder wie auch immer.
Also, der ganz normale Alltag ist eigentlich, dass ich da nicht daran denke, weil man eigentlich gar nicht so in diesem Rhythmus ist, dass man Medikamente nehmen muss. Als ich gewechselt hatte von dem Aubagio® zum Zinbryta®, da war das auch so, dass ich dann so manchmal: „Hast du deine Tabletten schon genommen?“ Und dann: „Du nimmst ja gar keine Tabletten mehr, du nimmst jetzt eine Spritze. Ja und das ist ja immer anfangs des Monats. Nein, alles gut.“ Also dass man dann auch sagt so, ach ja, es ist ja alles gut. Und gerade dieses Cladribin® ist jetzt ja auch so, dass man das überhaupt nicht mehr im Fokus hat. Das sind eben diese sechs Tage oder, nein, sechs Tabletten an, ich glaube, fünf Tagen war das sogar und, ja, dann denkt man da dann auch anschließend gar nicht mehr dran, dass man sagt so, ja, dass es einem nicht mehr so bewusst ist, ne? Dass man sagt: „Ah, ich muss ja noch Medikamente nehmen“, und so. Nein, ist es gar nicht. Das kann durchaus auch damit zu tun haben."
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