Alemtuzumab
Elke Conrad, 54 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2010
Elke Conrad hatte insgesamt vier Immuntherapien ausprobiert. Aktuell nimmt sie Alemtuzumab (Lemtrada®).
Nach einem erneuten Schub wollte Frau Conrad so schnell wie möglich mit einer Therapie anfangen und hat sich für Alemtuzumab entschieden. Hier erzählt sie im Detail von der Infusionsgabe, seit der sie keine Schübe mehr hatte.
"Ja, ich hatte dann Anfang 2017 einen Hirnstammschub bekommen und im Februar, der war richtig schlimm und im Februar gab es dann noch mal ein Rezidiv. Das war noch schlimmer und das ist auch mit Kortison behandelt worden. Ich habe dann auch die doppelte Menge Kortison bekommen und dann gab es eigentlich als Auswahl Tysabri® und Lemtrada® und das war schwer, ich habe mich letztendlich für Lemtrada® entschieden. Beim Tysabri® war dann tatsächlich einer der Punkte, die für mich wichtig waren, dass ich noch ein halbes Jahr warten muss bis ich das Medikament nehmen kann. Das ich praktisch ein halbes Jahr lang kein Medikament habe und das war für mich, zu dem Zeitraum, wie soll ich das sagen? Ich habe nicht geglaubt, dass ich das so aushalte, so lange zu warten und das war auch so. Ich hatte tatsächlich, bevor wir mit dem Lemtrada® angefangen haben noch mal einen Schub und das betraf dann die Augen also es war dann eigentlich so allerhöchste Zeit, dass die Behandlung los geht, ja.
Ich war 2017 im Mai eine Woche im Krankenhaus und letztendlich gab es an fünf Tagen jeweils eine Infusion. Dazu gab es dann auch Kortison, dazu gab es dann auch was für die Haut, dass da nichts passiert an Nebenwirkungen und es ist praktisch diese Infusion die ganze Zeit überwacht worden. Das war schon mal vom Gefühl her schon ganz angenehm, weil man ja doch so, man liest zwar diese Sachen und es wird Dir aber erst später bewusst, was das dann doch so für einen Eingriff in den Körper ist und was da tatsächlich alles passieren kann und ich bin heute noch dankbar, dass tatsächlich diese Optionen dann tatsächlich da sind. Das man sagt man gibt Kortison dazu, man gibt Schutzmittel für alles Mögliche, Schmerzmittel und so weiter. Ich hatte zu der Zeit schon auch verschiedene Probleme, so Kopfschmerzen oder dann eben auch mal ein bisschen, ich konnte dann auch mal zwischendurch ein bisschen schwerer atmen und so Sachen und ich habe dann auch an einem Tag, nach dem Krankenhaus tatsächlich auch einen Ausschlag bekommen, am ganzen Körper und das war aber nur ein Tag und ich habe ganz oft gedacht, wie hättest Du es aushalten wollen ohne diese ganzen Schutzmedikamente und das ist einfach toll. Also ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt, definitiv.
Das Lemtrada®, diese Lemtrada® Behandlung ist ja so, Sie bekommen an zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils im ersten Jahr fünf Infusionen und im zweiten Jahr drei Infusionen an drei aufeinanderfolgenden Tagen und dazwischen gibt es keine Medikamente und das ist schon mal auch sehr angenehm und Nebenwirkungen, letztendlich, es werden ja B- und T-Zellen zerstört und Sie müssen einfach auch bei bestimmten Sachen einfach ein bisschen auf sich aufpassen, bestimmte Sachen beachten, ansonsten ist es nicht so, dass ich jetzt nicht mehr Bahn fahre oder Menschenmengen meide. Das mache ich jetzt nicht. Es ist nicht so, dass ich mir jetzt permanent irgendwo einen Schnupfen hole, ich muss halt wirklich gucken, wenn dann jemand erkältet ist, dann sage ich eben: „gut, ich komme dann heute mal jetzt nicht zu Dir. Ich möchte mich da jetzt nicht anstecken“. Das ja aber ansonsten ist es nicht so das ich jetzt da sehr stark eingeschränkt bin im Leben, das auf keinen Fall.
Das Einzige was ich jetzt habe, das sind halt vermehrt Blasenentzündung. Das ist das Einzige was bei mir aufgetreten ist, tatsächlich. Und ansonsten muss ich wirklich sagen, ich hatte ja ganz, ganz schlimme Symptome 2017 und das hat auch tatsächlich naja, es ist dann so nach und nach besser geworden und dass das überhaupt, es ist nicht alles weggegangen aber dass das überhaupt wieder so gut wird, das ist schon ein ganz großes Glück."
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