Sozialleben
Albert Klein, 53 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2015
Herr Klein hat in seinem Sozialleben mit Fatigue zu kämpfen.
"Also wenn Freunde zu uns zu Besuch kommen, dann ist es so, wenn ich am Nachmittag am Wochenende… Nehmen wir mal an, Freunde kommen am Wochenende zu Besuch, dann ist es, an einem Samstagnachmittag bin ich ausgeknockt, weil Fatigue, das heißt, das ist die starke Ermüdung, die einhergeht, die manchmal einhergeht mit MS, bei mir sehr ausgeprägt ist. Das heißt, am Nachmittag sieht man mich zusammenbröseln und dann muss ich mich zurückziehen. Das heißt, ich muss mich hinsetzen, ich muss in mich hineingehen, um die Energie zu tanken, um dann am Abend wieder da sein zu können für die Gäste. Das funktioniert nur, wenn man das kommuniziert.
Ansonsten ist es auch, wenn es darum geht, am Haus mal etwas zu reparieren, dann brauche ich auch Hilfe von meinen Freunden. Also ich steige nicht mehr auf eine Leiter, im Leben nicht, und das heißt, das müssen andere Menschen für mich tun. Das können die nur tun, wenn sie wissen, dass ich eingeschränkt bin. Man sieht es mir so nicht an. Also das ist halt so, das heißt, es muss gesagt werden, dass die Situation so ist, dass ich Multiple Sklerose habe, und erst dann kann mein Gegenüber darauf eingehen und ohne zu denken: „Der ist bestimmt faul.“
Das war eine meiner großen Ängste, dass Menschen denken, dass ich faul bin. Dem konnte ich gut begegnen, indem ich offen bin über das, wie die Situation ist und dann funktioniert es auch."
Thema: Sozialleben