Sozialleben
Ronald Hofbauer, 47 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2013
Ronald Hofbauer gibt sich nach draußen als lebensfroher Mensch. Seine Freunde und seine Familie tragen viel dazu bei. Auch in seinem Verein ist er noch sehr viel eingebunden.
"Sicher leiden die Freunde und Bekannte auch damit, dass ich jetzt Multiple Sklerose habe, aber durch das, dass ich sehr optimistisch bin und jetzt nicht so diesen Frust mit mir rumtrage, sondern eher nach wie vor lustig und lächelnd durchs Leben gehen, sehen die auch mich nicht als leidende Person und ich glaube, für die ist es auch einfacher zu ertragen, wenn derjenige nicht jammernd im Stuhl sitzt. Wobei man natürlich ein bisschen unterscheiden muss, dieser Umgang mit den Freunden, mit der Außenwelt und dieser Umgang mit den Nächsten, mit der Familie. Also zu Hause ist natürlich schon öfters wie nach außen, dass man einfach enttäuscht ist von dem, dass man heute gleich gar nichts machen kann. Oder dass man gestern oder letzte Woche noch so mobil war und jetzt ist es wieder so ein Rückschritt, dann kommt natürlich öfters der Frust raus.
Also am meisten hat mir geholfen, zu erkennen, dass meine Freunde oder meine Familie, meine Freunde eigentlich, meine Familie sind ja auch meine Freunde, meine Freunde hinter mir stehen. Dass die mich nicht jetzt weil ich nicht mehr so fit bin wie vorher, jetzt einfach im Regen stehenlassen, sondern eigentlich berührt mich das mindestens jeden Monat einmal, wo ich sage: „Danke, das hättest du jetzt gar nicht gebraucht.“ Also die mich zum Teil richtig hofieren und halt versuchen, mir das Leben so leicht wie möglich zu machen mit dem ganzen Umstand, den ich eh schon habe.
Also ich habe noch nicht einmal erleben müssen, dass mir einer zu dem, dass ich jetzt eine Krankheit habe, mir jetzt einen Strick draus gedreht hat. Ich meine, ich bin nach wie vor noch eingebunden im Vereinsleben und die honoriert das auch, dass ich nicht gesagt habe: Ich will jetzt nichts mehr zu tun haben. Ich habe 20 Jahre lang eine Kindergruppe geleitet, ich bin immer noch Übungsleiter im Kinderturnen, habe 20 Jahre eine Kindertruppe geleitet, habe die dann Gott sei Dank jemand anders weitergeben können, rechtzeitig, wo ich schon gemerkt habe in den Anfängen, irgendwas stimmt nicht. Und habe dann genau gewechselt in die organisatorische Hilfe des Vereines und bin jetzt Geländewart schon seit Jahren und habe dann öfters mal die Frage gestellt, seid ihr der Meinung, ich bin noch der richtige Mann für Geräteordnung, haben gesagt: Nein, du bist unser Gerätewart, wir hätten gerne weiterhin, dass du Gerätewart machst. Und was wir machen ist, du kriegst einen Helfer dazugestellt und du bist der Gerätewart und du hast einen Helfer, dem du die Sachen, die du selber nicht machen kannst, delegieren kannst und dann sieht man halt, die wollen, die wollen, die wollen mich jetzt nicht abschieben, sondern die wollen mich nach wie vor mit dabei behalten. Das gibt natürlich Kraft oder macht Mut."
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