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Entscheidung gegen eine Immuntherapie Teil 1

Franziska Krahl, 36 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2001

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Franziska Krahl hatte insgesamt fünf Immuntherapien ausprobiert. Aktuell nimmt sie Dimethylfumarat (Tecfidera®).

Weil die Interviewte einen Kinderwunsch hatte, hat sie Fingolimod (Gilenya®) abgesetzt. Sie wollte aber in der Zeit, in der sie nichts genommen hatte, unbedingt etwas tun, weil ihr das Abwarten Angst gemacht hatte. Dann hat sie mit einem Ernährungsprogramm angefangen.

"Abgesetzt habe ich es, weil ich schwanger werden wollte und ich hatte in der Zwischenzeit die Neurologin gewechselt. Das war tatsächlich ein sehr wichtiger und guter Schritt, den ich damals gemacht habe, als ich unter der Gilenya® den Schub hatte, da war es so, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr ins Krankenhaus. Ich kann nach all diesen Jahren nicht wieder auf diese Station und mich da hinlegen. Es war eben auch so viel Zeit vergangen, also es waren wirklich mehrere Jahre vergangen, in denen ich nicht im Krankenhaus gewesen war, nicht dort sein musste, außer eben, um mir mein Rezept abzuholen. Und in dem Moment als es dann soweit war, dass es wieder soweit war, dass ich ins Krankenhaus hätte gehen müssen, habe ich gedacht, ich schaffe das nicht. Ich kann nicht wieder mich da hinlegen. Deswegen habe ich dann, endlich, muss man sagen, die Neurologin gewechselt und mir ergooglt, wer gibt ambulant Kortison. Habe dann jemanden gefunden und bei der bin ich bis heute und bin mit ihr auch sehr zufrieden. Das war tatsächlich sehr, sehr gut. Die war damals auch diejenige, mit der ich dann eben gesprochen habe, als es um Kinderwunsch ging und die das begleitet hat, also diesen Ausstieg aus Gilenya®, wie diese Normalisierung der Werte, der Blutwerte, auf die man dann ja warten muss. Es dauert ja mehrere Monate, bis das Medikament wirklich aus dem Körper raus ist so zu sagen, also bis die Werte sich stabilisiert haben. Genau. Das war der Grund, warum ich die Tablette abgesetzt habe.

Ich habe allerdings in der Zeit, eben weil ich wirklich große Ängste hatte, habe ich recherchiert nach Alternativen, was ich machen könnte. Ich dachte, irgendetwas muss ich tun, um mir das Gefühl zu geben, dass ich irgendetwas mache. Ich glaube, es ist vor allem auch das Gefühl gewesen, dass ich nichts tue, was mir irgendwie Angst gemacht hat. Ich ... ja, einfach dieses Gefühl, dazusitzen und nichts zu machen und zu warten, bis alles schlechter wird, das war etwas, was ich nicht gut ausgehalten habe, nicht gut aushalten konnte und ich habe damals herumgegooglt und bin zufälligerweise auf das Buch von Terry Wahls gestoßen. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Terry Wahls ist eine Amerikanerin, eine Internistin, also eine Ärztin, die auch selber MS hat und die ein Programm entwickelt hat, ein Ernährungsprogramm für Menschen mit MS. Ich habe mir dieses Buch damals bestellt, es gelesen und mir hat es sofort was gesagt, es war sofort so, dass ich dachte, bingo, das muss ich machen."

Thema: Entscheidung gegen eine Immuntherapie

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