Kinderwunsch und Familie
Ronald Hofbauer, 47 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2013
Herr Hofbauer hat mit seiner Frau zwei Kinder. Gegenseitige Hilfestellung und Unterstützung sind wichtige Aspekte in seiner Erziehung.
"Naja, bei mir war das ja so, ich habe die Multiple Sklerose… meine Kinder sind elf und 15 Jahre alt, sind zwei Burschen und zwischen… Also wie ich vorhin schon angegeben habe, 2013 ist ja die Multiple Sklerose diagnostiziert worden, die ersten Anzeichen dessen, dass mein Fuß irgendwie hinkt, waren schon viel, viel früher. Folglich ist der Jonas, der jüngere, sicher in der Zeit auf die Welt gekommen, wo ich schon Multiple Sklerose gehabt habe, hat aber davon keine Beeinträchtigung, nachdem ja die Multiple Sklerose keine Erbkrankheit ist, ist das außen vor. Und natürlich ist man als gesunder Vater mit seiner Familie besser aufgestellt als wie kranker Vater, aber meine Kinder versuchen mir zu helfen, die wissen das auch zu wertschätzen, dass ich viel für sie mache. Und dort wo ich ihnen helfen kann auf einer freundschaftlichen Basis, egal ob das jetzt als Mann und Frau oder als Vater und Sohn man sich gegenseitig hilft, dann ist es auch so, ich helfe ihnen und das honorieren sie mir halt damit, dass sie mir auch helfen. Und zum Teil auch helfen müssen. Also die müssen halt bei uns jetzt Rasen mähen oder bestimmte Sachen machen, mit der Argumentation, wir leben in einer Gemeinschaft und Gemeinschaft kommt nicht von gemein sein, sondern von gemeinsam. Und jeder muss halt ein Quäntchen tun, um eben unseren Lebensstandard, so wie wir ihn gerne hätten, aufrecht zu erhalten. Und das akzeptieren sie und respektieren sie und wir sind auch, ich mit meiner Frau gemeinsam, dahinter, dass die das machen. Und funktioniert soweit gut. Und dann gibt es auch so lustige Geschichten, wie ich ja vorhin schon erzählt habe, dass ich Anfang des Jahres dann Rollstuhlfahrer war und meine zwei Kinder sich dann darum gestritten haben, wer mich mit dem Rollstuhl schieben darf. Also das war dann… ich habe dann wirklich sagen müssen: Okay, jetzt machen wir es einfach so, du schiebst mich hin und du schiebst mich zurück, weil… („Geplänkel der Kinder“). Also genau umgedreht, wie man es eigentlich erwartet. Aber ich sage mal so, wenn man offen mit der Geschichte umgeht, wie ich das ganz am Anfang schon gesagt habe, dann ist das für die kein Schamgefühl, wenn der Vater nicht so fit ist, sondern für die ist das eher ein Ansporn zu helfen. Oder eher ein Ansporn, Lob zu bekommen, wenn man mithilft und mitmacht. Wie da irgendwie sich dafür schämen zu müssen, dass der Papa irgendwie Multiple Sklerose hat. Aber das ist… Man muss es halt von Anfang an richtig initiieren. Und das nicht irgendwie in die falsche Richtung laufen lassen und dann reparieren, sondern wenn man gleich die richtige Richtung angibt, dann läuft es nicht in die falsche Richtung. Ist jetzt meine Herangehensweise gewesen. Oder ist es."
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