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Kinderwunsch und Familie

Luise Kampen, 29 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2013

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Luise hat keinen Kinderwunsch, wird aber ständig mit dem Thema „Kinderwunsch und MS“ von verschiedenen Seiten konfrontiert.

"Ich habe tatsächlich gar keinen Kinderwunsch. Mein Freund glücklicherweise auch nicht. Was ist … In meinem Umfeld bekommen natürlich ganz viele Leute jetzt gerade Kinder. Was ich eher tatsächlich belastend finde, dass jeder es fragt. Jeder. Oh, du hast ja MS. Wie ist das denn eigentlich mit Kindern? Also ich hatte vor drei Jahren eine betriebsärztliche Untersuchung, weil ich einen neuen Job angefangen habe. Und da ist natürlich eine betriebsärztliche, also bei dem ist natürlich eine betriebsärztliche Untersuchung Standard. Und da wurde mir von einer Arzthelferin Blut abgenommen. Und die das dann schon in meinem Bogen gelesen hat, da musste ich vorher so einen Fragebogen ausfüllen, dass ich MS habe. Und dann sagt mir diese fremde Frau, ach ja, sie haben MS. Ja, dann werden sie ja bestimmt mal keine Kinder bekommen. Das war ungefähr ihr dritter Satz, den sie zu mir gesagt hat. Und das ist mir halt wirklich öfters passiert. Also das ist schon eine krasse Situation. Das ist sehr grenzüberschreitend, in der ich auch extrem schockiert war. Und mir gedacht habe, so, ich habe gar nicht gesagt, dass ich Kinder haben will, aber schön, dass sie das kommentieren müssen. Und das ist halt wirklich, dass das immer wieder aufkommt. Ja. Bei meiner Frauenärztin. Ja, MS, natürlich ein Thema. Bei meinem Neurologen, ja, mit dem Medikament, also mit dem Medikament jetzt hier, da dürfen sie aber auf jeden Fall die nächsten Jahre und so nicht schwanger werden und so. Man muss sich ja permanent erklären. Man muss permanent sagen, habe ich einen Kinderwunsch oder habe ich keinen. Mhh. Möchte ich jetzt ein Kind haben oder möchte ich jetzt keins haben. Und das ist das was mich eigentlich viel mehr nervt. Und natürlich muss ich dann zu meinem Freund hingehen. So, hier, ich möchte jetzt dieses Medikament nehmen, aber dann können wir die nächsten drei Jahre auf jeden Fall kein Kind bekommen. Was jetzt in dem Sinne, wie gesagt, geklärt ist, weil wir beide kein Kind wollen. Aber mich nervt es, dass ich mir permanent Gedanken darüber machen muss. Ja. Wenn man natürlich ein Kind möchte, muss man das planen. Man muss überlegen welches Medikament kann ich nehmen. Man kann nicht einfach so schwanger werden. Wobei ich prinzipiell sagen muss, so wie bei mir meine Krankheit verläuft, würde ich sagen, dass es kein Problem ist, theoretisch. Wobei ich mir natürlich schon Gedanken mache, es ist halt zum Teil schon ein bisschen vererbbar. Also es hat auf jeden Fall erbliche Gründe irgendwie auch. Obwohl es natürlich nicht direkt vererbbar ist. Und ich weiß natürlich nicht wie es mir in fünf Jahren geht. Also es spielt schon auch ein bisschen immer ein Kinderwunsch mit rein, unter ganz vielen anderen Faktoren. Ja. Aber bei meinem jetzigen Medikament ist es auf jeden Fall auch so, dass ich zwar unterschrieben habe, dass ich doppelt verhüte, dass mir die Risiken einer Schwangerschaft bewusst sind. Tja. Aber es ist für mich echt okay, weil ich halt keinen Wunsch habe."

Thema: Kinderwunsch und Familie

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