Austausch mit MS-Betroffenen
Simone Gehder, 47 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2015
Frau Gehder berichtete von ihrer offenen Kommunikation in einem MS-Forum und wie dieses ihr bei der Stressbewältigung half.
"Selbsthilfegruppe war für mich immer, nein, das möchte ich nicht. Liegt vielleicht mit meinem Job zusammen, weil ich jeden Tag Lebensgeschichten von Menschen mir anhören muss. Das soll jetzt nicht so negativ klingen, wie es sich anhört, aber ich bin von meinem Job her acht bis zehn Stunden permanent mit Lebensgeschichten anderer Menschen konfrontiert und ich glaube, dass das der Hintergrund ist, dass ich das mit den Selbsthilfegruppen für mich abgeschirmt habe. So, und deswegen diesen anonymen Weg erst einmal durch das Internet mir gesucht habe.
Ich bin viel im Gespräch. Ich bin ganz offen geworden, was die Erkrankung angeht, also viele Gespräche haben mir geholfen in der ganzen Zeit. Das Öffnen hat mir doch eine Menge Druck genommen, vor allem, weil ich gemerkt habe, ich bin doch nicht alleine damit, mit diesem Problem und habe eine Forenseite für mich entdeckt. Das ist MS-connect, die ist von der DMSG entwickelt worden und die hat mir sehr geholfen, weil ich da ganz viel Kontakt mit anderen MSlern hatte und immer noch ganz intensiven Kontakt auch habe, wo es sogar jetzt private Treffen gibt und da freue ich mich wahnsinnig drüber.
Das sind so Rahmen … und ein geschützter Rahmen, wo man eben auch über die Blasenstörung sprechen kann oder was, worüber man ja eigentlich nicht so gerne spricht, aber wir wissen … in diesem Forum weiß jeder, was der andere meint, was er da schreibt und man braucht da sich nicht verstecken oder irgendwas auszuschmücken, sondern da ist das ganz frei von der Leber weg. Und das hat mir eigentlich sehr geholfen, ja.
Also als ich angefangen habe, mich in den Gesprächen zu öffnen, habe ich für mich irgendwann gemerkt, mein altes Selbstbewusstsein, meine alte Stärke kommt langsam aber sicher immer zurück. Habe natürlich auch Beratungsstunden auch hier über die Tagesklinik bekommen, die waren für mich auch unheimlich hilfreich, gerade im letzten Jahr und da bin ich auch unheimlich dankbar dafür, dass ich … einmal für mich, dass ich das angenommen habe, weil ich eher immer so: „Nein, brauche ich alles nicht. Mache ich alleine.“ Da bin ich mir gegenüber dankbar für und natürlich auch den Menschen, die mich da begleitet haben. Da kann ich gar nicht genug Dank dafür aussprechen. Ja."
Thema: Austausch mit MS-Betroffenen