Therapeutisches Reiten
Marina Neuser, 53 Jahre alt
MS-Diagnose seit 1999
Marina tat die Wärme des Pferdes beim therapeutischen Reiten gut.
"Eine andere Sache, die habe ich nur mal so schnuppermäßig kennengelernt, meine Freundin macht therapeutisches Reiten. Es gibt ja auch Hippotherapie, was etwas aufwendig ist, weil man da normalerweise zwei Begleitpersonen hat zusätzlich zu dem Pferd, die einem helfen dabei und auch auf die Bewegung vom Pferd und vom Patienten achten. Dieses therapeutische Reiten, da ist eine Person dabei und da werden auch Übungen gemacht, aber da ich nur diese eine Schnupperstunde hatte, haben wir hauptsächlich das einfach so kennengelernt. Und ich habe früher als Schülerin, als Kind bin ich auch geritten und kenne es von daher, aber es war ein Erlebnis. Die Wärme des Pferdes, das wirkt sich sehr positiv aus auf die Spastik und da oben zu sitzen und runterzugucken, das macht eine Menge. Das ist auch ein schönes Gefühl. Und wir waren draußen, so ein bisschen am Waldesrand und einmal hat sich das Pferd erschrocken, ich dann natürlich auch und so, aber es war ja am Zügel geführt und ein ruhiges Tier und eben nicht an der Straße. Es war einfach nur schön und das denke ich, also wenn ich irgendeiner meiner anderen Sachen mal aufgeben muss, die Anreise zum therapeutischen Reiten wäre für mich nicht so weit. Mit Hippotherapie, das kostet wohl auch mehr. Klar, wenn da zwei Leute dabei sind.
Und auch da war es so, auf das Pferd draufzukommen, ist natürlich… Die hatten auch eine schöne Treppe mit Geländer. Also Stufen ohne Geländer, ich weiß, das konnte ich mal – lange ist es her. Also wenn man fest im Rollstuhl sitzt, ist das vielleicht nicht mehr möglich, aber es war möglich und das war schön. Könnte ich vielleicht mal machen.
Ich habe auch schon einmal von einer Freundin therapeutisches Reiten gemacht. Da hatte sie einen Termin, den sie nicht wahrnehmen konnte, und fragte: „Hast du Lust?“ Ich so: „Ah klasse, mache ich.“ Und dann habe ich auch gedacht, ja, wenn ich irgendwann eine der jetzigen Sachen… Ich habe etwas in Reserve, wenn ich eine der jetzigen Sachen nicht mache. Hippotherapie ist noch etwas aufwendiger, weil man da ja normalerweise zwei Personen hat, also zwei Physiotherapeutinnen, eine für das Pferd, eine für den Patienten. Und dieses therapeutische Reiten, da ist eine Person da und ich habe da eben nur eine, wie eine Schnupperstunde nur eine Stunde gemacht, aber das ist auch die Wärme des Pferdes, die tut der Spastik gut und auch die Situation, von oben herunter zu gucken, das macht psychologisch eine ganze Menge. Und überhaupt in der Natur, an dem Tag hat es nicht geregnet, das war schön. Also doch, solche Sachen, das ist ein gewisser Aufwand, aber das ist schön. Könnte ich vielleicht mal machen."
Thema: Rehabilitationsverfahren