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Therapeutisches Reiten

Marita Enke, 59 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2008

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Marita hat selbst Pferde und erzählte, wie diese sich positiv auf ihre Krankheit auswirkten.

"Ja, das Reiten gehört dazu. Genau. Ich habe in meiner ganzen Lebensgeschichte hat sich das so entwickelt, dass ich auf einem Hof wohne, wo ich hinter dem Haus meine Pferde habe. Das Reiten ist eine ganz ganz wichtige Geschichte. Ich habe viele Jahre Wanderritte gemacht. Also ich war unterwegs mit dem Pferd, ich lebe mit dem Pferd irgendwie so. Wir sind, ich würde nicht sagen, Pferd ist mein Hobby, es ist viel mehr. Pferd ist Lebensgenosse, ist Familienmitglied, so, Teil meines Lebens. Und gehört einfach dazu. Und mit diesem, ja, Pferd, Medium, eben mit meiner heilpädagogischen Ausbildung mit dem Pferd, heilpädagogisches Therapieren mit Menschen dann wieder … Ja, also das sind so verschiedenen Faktoren. Zum einen, ich reite. Das war dann auch wieder so ein Argument für die Hüft-OPs, dass ich da auch Hüfte und Reiten war sehr besonders. Auch bei der Reha dann. Ich war immer noch wieder jemand Besonderes. Gleichzeitig die mit der MS. Man muss ein bisschen aufpassen. Da hat die MS mir auch wieder besonderes Schonen … Da hat der Neurologe noch mal mit drauf geguckt. Das war jetzt bei den Hüft-OPs so ein anderes Argument, wie die MS eigentlich förderlich ist für ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Nee, und was das Reiten angeht, ja, ich reite eben auch wieder. Nicht so intensiv wie ich es gerne würde, das hat so ganz verschiedene Gründe. Aber ich bewege mich, ich reite, ich mache alles. Und habe es immer gemacht. Und meine Reittherapie, diese therapeutische Arbeit, die ich früher auch immer nebenberuflich gemacht habe, deswegen musste ich nie davon leben. Es ist nicht die Existenz davon abhängig gewesen, nicht die des Pferdes und nicht meine. Wir mussten nicht unbedingt dieses Geld verdienen, damit das alles läuft. Das heißt, ich konnte immer so einen entspannten Fokus draufhalten, was ich da so mache mit den Menschen.

Das mischt sich alles. Ja. Und beim Reiten eben dieses Körperbewusstsein, so das habe ich halt immer so dieses Zusammenhängen Pferd … Inzwischen ist die Reiterei, DIE Reiterei, wie sie sich jetzt so weiterentwickelt hat in unserer Zeit, hängt auch viel mit dem Körperbewusstsein des Pferdes zusammen, also dass Pferd und Mensch zusammenpassen. Das heißt, dann hängt es auch immer davon ab, wie mein Körper auf dem Pferd bewegt wird oder wie er auf das Pferd einwirkt. Und das alles, das ist so entscheidend, auch sich selbst wahrzunehmen. Und da hat die MS auch Vorteile, nein, nicht die MS hat Vorteile, aber mein Leben mit der MS hat Vorteile durch dieses Reiten. Dass ich einfach merke, wie ich auf dem Pferd sitze, wie ich bewegt werde. Ich werde selbst ja so bewegt, als ob ich heil gehe.

Ich habe keine, ich klopfe auf Holz, ich habe keine Gehproblematik. Die hatte ich wegen der Hüften aber so nicht. Aber wenn ich irgendwie mit Gleichgewicht, das kann ich immer nicht so ausschließen. Gleichgewicht, weiß ich gar nicht, ob ich da vielleicht Probleme habe. Aber auf dem Pferd hätte ich die niemals, weil auf dem Pferd werde ich ja zurecht geschaukelt, wie ich aufrecht auf dem Pferd richtig bin. Und also allein Reiten in Bezug auf den Körper, auf meinen Körper, oder dann wieder im Umsetzen, verdeutlichen für andere Menschen, was ich denen dann vermittele. Ich vermittele ihnen ja gar nichts. Ich gebe ihnen nur die Möglichkeit. Und weil ich um viele Möglichkeiten weiß, sorge ich dafür, dass Pferd und dieser Mensch zusammenfinden können. Und dass der Mensch dann seine Möglichkeiten finden kann. Und sein Gefühl für heiles Gehen, für ein gutes, gesundes Körperbewusstsein und so. Psychisches Wohlbefinden, alles das. Das kann ich mit dem Reiten vermitteln. Also da bin ich dann dabei. Ich laufe mit. Und dann achte ich gar nicht auf mich. Ich laufe mit. Das heißt, ich bewege mich ja dauernd auch. Und das ist ganz entscheidend. Ja."

Thema: Rehabilitationsverfahren

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