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Arbeit und Ausbildung

Michael Zöllner, 48 Jahre alt

MS-Diagnose seit 1991

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Hier erzählt Herr Zöllner von seiner Kündigung durch seinen Arbeitgeber und dem Rechtsstreit mit ihm. Inzwischen ist er aufgrund der MS berentet.

"Nachdem mir fast zwanzig Jahre fast nichts gefehlt hat, und ich immer Mischform gehabt habe, also die Hälfte Schreibtisch und die Hälfte Rumlaufen, habe ich kein Problem gehabt meine MS mit dem Beruf zu verbinden. Ich war kein Dachdecker. Also von daher hatte ich auch kein Problem mit der MS. Mein Arbeitgeber wusste auch bis ganz zum Schluss nicht, dass ich die Behinderung habe. Und ich hatte halt das linke Bein hinterher gezogen, ab und zu ein bisschen geschwankt beim Gehen. Dann haben Kollegen sich lustig gemacht: „Der ist betrunken.“ Ja, aber ich konnte damit umgehen, weil ich seelisch sehr stabil bin, das heißt, ich sage: „Nein. Ich war halt nicht betrunken.“ Aber es wusste in der Arbeit bei mir keiner, bis im Grunde kurz vor der Kündigung.

Ich war im Grunde wegen einer Erkältung krank. Und er kam zu mir nach Hause und sagte mir, ich solle mir mal überlegen, ob ich nicht den Job wechseln will, und hat mir eine Kündigung hingelegt. Und hat gesagt: „Lies Dir das mal durch und überleg.“ Und dann habe ich damals meinen Geldbeutel aufgemacht und den Behindertenausweis rausgelegt und habe gesagt, „Und jetzt lies Dir mal das durch und überleg Dir das.“ Und damit wusste er Bescheid, dass ich behindert bin, schwerbehindert, und damit war die Kündigung hinfällig. Und dann ging es im Grunde arbeitsgerichtlich hin und her. Er hat versucht, mir irgendwas unterzujubeln und ich habe dann mit einem Rechtsanwalt dagegen gehalten. Und das lief dann über zwei Jahre ein heftiger Arbeitsgerichtsstreit, der dann in der zweiten Instanz zu meinen Gunsten zu hundert Prozent abgewickelt wurde. Also da hat er auf ganzer Linie verloren. Aber er hat es halt probiert.

Also er sagt nicht „Ich kündige Sie, weil Sie krank sind“ sondern „Ich kündige Sie, weil Sie nicht genug arbeiten oder nicht sauber arbeiten oder Fehler gemacht haben“. Und darum ging es auch in dieser Verhandlung. Weil es im Grunde eine Kündigung wegen der Krankheit war, die er versucht hat, hinter irgendwelchen Unzulänglichkeiten zu verstecken. Und das ging halt nicht. Also ich hatte immer hundertprozentig korrekt gearbeitet. Und er hat halt gesagt, ich arbeite nicht korrekt. Das war der Streit. Also wirklich auf die heftige… auch mit Abmahnungen, die ich nicht unterschrieben gehabt hätte. Also da ging es richtig hoch zur Sache. Kündigungen, die er mir zugeschickt hat, die aber nie bei mir angekommen sind, die dann die Sekretärin bei mir in den Briefkasten gesteckt hätte, und geschworen hat, sie hat das bei mir in den Briefkasten gebracht, als Kurier. Und das war im Grunde alles erstunken und erlogen. Und das kam aber dann in der zweiten Instanz raus. Und dann hat er komplett alles zurücknehmen müssen und Abfindung zahlen müssen. Ja, aber das war halt im Grunde über eineinhalb Jahre ganz schön stressig, da in der Luft zu schweben, ja."

Thema: Arbeit und Ausbildung

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