Arbeit und Ausbildung
Stefan Neukirch, 54 Jahre alt
MS-Diagnose seit 1993
Bei Herrn Neukirch wurde der Firmenwagen umgebaut. Sein Tipp: Beantragung einer Teilerwerbsminderungsrente, um behindertengerechte Umbauten vom Kostenträger, das heißt der Deutschen Rentenversicherung bezahlt zu bekommen.
"Ich hatte das anvertraut meinem damaligen Abteilungsleiter, der gab mir auch den Tipp, dass man das dann der Personalleitung eben auch mitteilt, dass ich doch auch einen Schwerbehindertenausweis beantragen sollte, und, ja, so haben wir es dann auch gemacht. Und ich habe dann von Seiten der Firma eigentlich sehr viel Unterstützung erfahren. Ja, also unser oberster Chef war zu dieser Zeit in Singapur. Das heißt, er, seine Frau und seine Kinder, seine Familie, waren in Singapur und wollten dort eben persönlich eben diesen asiatischen Markt erschließen für unsere Firma. Und als er dann … Der kam so alle zwei Monate etwa zurück nach Deutschland, um dort in der deutschen Firma eben die Geschäfte zu führen. Da ist er dann sogar persönlich bei mir vorbeigekommen, weil er es dann eben auch erfahren hatte, als ich es dann eben den anderen Personalverantwortlichen gesagt hatte. Er ist bei mir vorbeigekommen und dann hat er mir gesagt, okay, wie kann er mich unterstützen. Das heißt, er hatte mir nicht, ist mir nicht negativ entgegengekommen, er hat mir eher Unterstützung angeboten, wie er mir helfen konnte. Ja. Er hatte mir dann angeboten, das Firmen-Fahrzeug, das ich zu dem damaligen Zeitpunkt gefahren habe, dass ich das kaufen kann, damit dieses Fahrzeug umgebaut werden kann, also für einen Rollstuhl. Damit eine Verladehilfe eingebaut werden kann. Und diese Verladehilfe wurde nur in ein Fahrzeug eingebaut, das im eigenen Besitz war. Deshalb ging es nur, wenn ich das Fahrzeug im Besitz habe. Und dazu hat er mir ein zinsloses Darlehen angeboten. 10.000 Euro. Damals war es noch, nein, damals war es noch Deutsche Markt. Und ich konnte das dann zinslos Monat für Monat in Raten wieder zurückzahlen.
Der Umbau, der wurde von der Deutschen Rentenversicherung gezahlt. So lange man berufstätig ist, kann dieser Umbau oder auch spätere Umbauten eben bezahlt werden, also nicht das Fahrzeug aber der Umbau, um damit eben den Arbeitsplatz weiterhin erreichen zu können und im Berufsleben bleiben zu können.
Also wenn man vor der Frage steht, ob man sich sofort berenten lässt oder nicht, dann ist mein Tipp, lieber nicht sofort sich berenten zu lassen. Allenfalls in eine Teilerwerbsunfähigkeitsrente zu gehen mit mindestens 20 Wochenstunden Arbeitszeit. Weil dann hat man weiterhin die Möglichkeit, behindertengerechte Umbauten vom Kostenträger, in dem Fall in der Regel die Deutsche Rentenversicherung, bezahlt zu bekommen."
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