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Optimismus und Offenheit

Daniela Sandmann, 57 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2006

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Der offene Umgang mit der MS war nicht immer leicht. Inzwischen hat Daniela für sich jedoch herausgefunden, dass eine freundliche offensive Erklärung über ihre Symptome das Mitleid von ihrem Umfeld reduzieren kann.

"Ich glaube, wenn man nicht in einer Art und Weise offensiv damit umgeht, auf die Leute zugeht und denen sagt, das und das habe ich. Deshalb bin ich vielleicht mal komisch, deshalb kann ich ausfallen. Deshalb laufe ich komisch. Ich muss langsam machen. Nein, das ist zu viel für mich. Wenn man das nicht offensiv sagt und auch den Grund dahinter sagt, dann begibt man sich in eine ganz seltsame Opferrolle, weil dann kommt das Mitleid. Dann kommen die Leute und sagen, ach die arme. Ach, die kann ja gar nicht so wie wir. Ach, das muss man ja alles ganz anders sehen und so. Und meine Erfahrung war zwar… Am Anfang hatte ich Probleme damit. Am Anfang bin ich auf die Leute zugegangen, ja, ich habe MS. Da war oft die Reaktion: Ach Gott, nein. Oder: Ach, du arme! Und inzwischen ist es aber so… Vielleicht ist es so, je nachdem, wie man das sagt. Also ich habe, fertig, aus. Inzwischen ist die Reaktion oft: Ach, du auch? Also mein Cousin hat… Ach nein, du auch? Du, bei meiner Nachbarin, da habe ich gehört, da habe ich gehört… Der Freund von meiner Freundin hat… Und dann denke ich immer, ja, davon, dass in Deutschland mal ganze hundert oder hundertfünfzigtausend das haben, wieso treffe ich die alle? Wieso kennen die die alle? Also ich denke wirklich – wie soll man das ausdrücken – in einer netten Weise offensiv damit umgehen. Die Leute nicht vergrämen, nicht verschrecken, sondern wirklich ganz sachlich das nehmen und klar machen, wie das Leben damit ist, dass das kein Spaziergang ist, oft nicht, und dass man tatsächlich Schmerzen hat, aber nicht von der Krankheit selbst, sondern davon, dass man eben nicht gerade läuft, oder dass man zu viel sitzt, oder dass man im Rolli sich einen Finger eingeklemmt hat oder sowas. Aber ich denke, offen darüber reden, und zwar mit jedem. Man muss den Leuten manchmal etwas zumuten. Also immer nur zu denken, das kann ich jetzt nicht – nein. Ich denke, die Welt braucht das, dass man etwas zumutet."

Thema: Optimismus und Offenheit

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