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Optimismus und Offenheit

Luise Kampen, 29 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2013

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Luise Kampen beschrieb, dass es für sie hilfreich war, sich auf die Unberechenbarkeit der MS einzustellen, in schwierigen Zeiten Zuversicht zu bewahren und gute Zeiten wertzuschätzen. Zudem beschrieb sie ihre natürliche Lebensfreude als hilfreich.

"Der Alltag mit MS, ist eine sehr schwierige Frage, weil es extrem davon abhängt wie es einem aktuell geht. Habe ich gerade einen Schub, habe ich keinen. Das erstmal. Wie geht es mir auch insgesamt. Sind die Symptome geblieben, sind sie nicht geblieben. Ich habe in den Jahren seit meiner Diagnose, da sind es ja praktisch fünfeinhalb Jahre und siebeneinhalb Jahre seit meinem ersten Schub, alles gehabt. Ich habe Tage wie heute, wo ich mir denke, so, ja, ich habe MS, das ist diagnostiziert, aber ich merke es nicht. Ich habe gar nichts weiter. Und es gibt Tage, wie vor einem Jahr, wo ich abends weinend im Bett lag und gesagt habe: ich kann nicht mal arbeiten. Ich schaffe nicht mal Teilzeit zu arbeiten. Es funktioniert alles nicht. Es ist so schrecklich. Und ich glaube, darauf muss man sich einstellen. Und das muss einem aber in dem Moment bewusst sein oder man muss sich versuchen das bewusst zu machen. Auch wenn man im Bett liegt und weint, weil alles so schrecklich ist, weil alles sich so Scheiße anfühlt. Und die Hand seit einem halben Jahr taub ist, man hat das Gefühl es hört nicht mehr auf. Das kann auch ein Jahr später wieder ganz anders aussehen. Nur weil man dieses Symptom jetzt lange hat heißt es nicht, dass es nicht doch irgendwann wieder zurückgehen kann. Ja. Und das ist, glaube ich, was ich mir immer versuche vorzuhalten, dass es wieder besser wird beziehungsweise, wenn es mir gut geht, versuche ich das schon auch wertzuschätzen, dass es mir jetzt gut geht. Und dass ich aber nicht weiß was in einem Jahr wiederum ist. Und ich glaube, das ist so das Ganze wie ich auch meinen Alltag habe. Ja. Dass ich damit versuche umzugehen. Genau.

Generell eine positive Einstellung zum Leben. Das ist was, man kann sich das erarbeiten. Aber es ist schon prinzipiell eine Sache, die man hat oder die man nicht hat. Ja. Und ich glaube, ich habe das glücklicherweise. Das haben sehr viele Leute in meiner Familie, habe ich festgestellt. Und ich sehe halt immer das Positive. Also selbst wenn es mir schlecht geht Es gibt natürlich Momente, wo es mir wirklich schlecht geht. Und ich mich auch bemitleide, vielleicht auch zu recht. Und alles schlimm ist. Aber ich glaube trotzdem fest daran, dass ich in allem was Positives sehen kann. Und ich kann auch in der MS was Positives sehen. Ich glaube, dass es für mich auch ein Hilferuf war von meinem Körper, auf mich zu achten. Und ja, auch an mir selber zu arbeiten. Um mich um mich zu kümmern. Das ist natürlich schon sehr philosophisch gesagt, das ist ein Hilferuf. Aber es ist trotzdem was, womit ich gelernt habe umzugehen. Und das ist auch okay. Ja. Das ist nicht so, dass ich damit hadere, dass ich dieses Schicksal habe – zumindest aktuell nicht. Wenn es mir wirklich lange schlecht gehen würde, würde das anders aussehen, vermute ich. Aber so ist es schon okay."

Thema: Optimismus und Offenheit

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