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Psychologische Therapie

Katharina Brecht, 48 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2011

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Frau Brecht hat sich für die Psychotherapie entschieden, um offen über ihre Erkrankung erzählen zu können. Vor allem beschäftigte sie dabei die Frage „Warum ich?“.

"Das war ganz schlimm. Also am Anfang habe ich das gar nicht so realisiert irgendwie, ja, ich habe halt MS. Aber ich hatte dann auch ziemlich zügig eine Psychotherapie angefangen, habe mir ganz schnell Hilfe geholt, weil ich gar nicht damit zurechtgekommen bin, das jemandem zu erzählen, das für mich so einzugestehen. Ich habe dann immer gedacht, was habe ich falsch gemacht, warum bestraft mich jetzt der liebe Gott mit dieser Krankheit, was habe ich getan? Und ja, heute manchmal noch, dass ich ein bisschen… ich schäme mich manchmal dafür, wo ich genau weiß, so ein Schmarrn, warum schämst du dich dafür, du kannst ja gar nichts dafür. Und ich erzähle es…Bin schon ein bisschen offener geworden, aber jedem erzähle ich es auch nicht.

Jetzt überlege ich gerade, die Neurologin hatte ich dann angesprochen, meine Neurologin vor Ort, die hat mir dann Adressen gegeben und dann habe ich mich aktiv gekümmert, habe mir eine angeschaut und die hat mir direkt gefallen, mit der bin ich gut zurechtgekommen, die war mir sympathisch und bei der bin ich heute noch. Anfangs bin ich alle zwei Wochen gegangen zum Gespräch, ich fand das sehr gut. Und jetzt gehe ich eigentlich nur noch alle sechs Wochen. Ja, und ich finde das toll. Mir hört da jemand zu und hört auch nur mir zu und genau, nimmt mich da auch ernst. Und ich kann das nur empfehlen. Also dass man da auch keine Angst vor haben muss oder so eine Scheu, dass man sagt: Du bist ja bekloppt oder da gehen ja nur Bekloppte hin. Und das finde ich blöd, genau.

Anfangs war es ganz arg mit der Therapie, also mit der Krankheit, warum hat mich das getroffen und warum ich und warum denke ich so, wie ich das denke? Und natürlich sind wir jetzt schon ein bisschen mittlerweile in die Kindheit gegangen, wie bin ich erzogen worden, wie ist das von zu Hause gewesen, wo du auch manchmal denkst, das willst du gar nicht wissen, dass es so ist. Auch manchmal Sachen, die nicht so schön sind, die da besprochen werden. Oder mein Sohn ist jetzt auch krank, hat auch eine chronische Erkrankung, das fand ich auch nochmal ganz schlimm. Ich kann eigentlich alles ansprechen bei ihr."

Thema: Psychologische Therapien

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