Entzündungshemmende Nahrungsmittel
Erika Geiger, 21 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2017
Erika Geiger entschied sich für eine Linolsäure-arme und entzündungsverringernde Ernährung. Zusätzlich fing sie mit Sport an und sah vor allem die Kombination aus beidem als erfolgsversprechend.
"Ich war ja erst mal so, warum sollte ich denn jetzt meinen Lebensstil ändern wegen so einer dämlichen Krankheit. Warum soll ich mich denn verändern? Ich kann doch da nichts dafür. Also das hat wirklich gedauert, bis ich gecheckt habe, ich muss da etwas machen. Das ist ja mein Leben. Ich habe meine Ernährung umgestellt.
Ich ernähre mich linolsäurearm, weil eben diese Linolsäure dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass die Myelinschicht zerstört wird. Das steht nicht fest, aber das heißt, ich lasse Hülsenfrüchte weg, ich lasse Schwein weg, ich lasse Eigelb weg und auch Milchprodukte überwiegend. Also nicht, dass ich keine Milchprodukte mehr esse, aber das ist jetzt nicht so, dass ich jeden Morgen zwei Scheiben Käse auf meinem Brot haben muss. Genau. Genau, die Milchprodukte oder auch Fleisch habe ich dann halt einfach durch vegane Aufstriche ersetzt. Also Paprika-Hanf heißt meins jetzt momentan, oder Tomate-Grünkohl. Also so etwas klingt erst mal komisch, ist auch, ich muss zugeben, gewöhnungsbedürftig, weil auch die Konsistenz ganz anders ist als von Marmelade oder so. Genau, vegane Marmelade esse ich auch. Aber es schmeckt auf jeden Fall sehr gut. Und was es auch noch gibt, im Internet gibt es eine Internetseite mit Lebensmitteln extra für MS-Patienten, linolsäurearm. Da kriege ich beispielsweise immer mein Müsli her, was ich dann auch mal mit Quark esse oder dann mit Zimt, insbesondere Ceylon-Zimt, weil der entzündungshemmend ist. Und dann mache ich mir da auch gerne Kurkuma rein, ist auch entzündungshemmend, kann man überall kaufen.
Also ich bin fest davon überzeugt, mir hat es super geholfen und mir hilft es auch immer noch. Beispielsweise, Weizen lasse ich komplett weg. Wenn ich jetzt mal den einen Tag ein fettes Weizenbrötchen esse oder zwei, ich weiß nicht, ob das einfach nur psychosomatisch ist, aber dann fangen meine Beine an zu kribbeln. Gut, ich gebe dann diesem Weizenbrötchen die Schuld. Das kann natürlich auch etwas anderes sein oder nur psychosomatisch, aber das reicht ja schon. Und wenn ich es dann einfach weglasse, ist es ja jetzt nicht das Problem. Dann nehme ich halt das Dinkelbrötchen. Das schmeckt genauso gut.
Was ich auch mache, ist viel Sport, auch viel Ausdauersport. Kraftsport mache ich auch. Also einfach, dass man halt fit bleibt. Und ich muss sagen, also ich glaube, es hilft sehr. Die Mischung aus beidem macht es, glaube ich. Ich glaube, nur mit Medikamenten, gut, kann man bestimmt auch, das ist auch bei jedem individuell, aber mir persönlich hilft beides super gut. Also es geht mir auch viel besser, wenn ich mich körperlich betätige und wenn ich weiß, ich ernähre mich gesund. Vor allem auch, dass man, falls dann etwas passieren sollte, falls ich einen Schub kriegen sollte, weiß ich für mich, ich habe alles getan, was ich konnte. Also es ist nicht meine Schuld und ich kann da nichts dafür. Sonst könnte man sich ja doch Vorwürfe machen: „Ach, hätte ich mal.“ Und so, ich mache das, was ich kann, und dann muss das reichen."
Thema: Ernährung