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Diät

Franziska Krahl, 36 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2001

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Frau Krahl richtete sich nach einem Ernährungsprogramm, welches der Paleo-Diät verwandt ist.

"Ich habe allerdings in der Zeit, eben weil ich wirklich große Ängste hatte, habe ich recherchiert nach Alternativen, was ich machen könnte. Ich dachte, irgendetwas muss ich tun, um mir das Gefühl zu geben, dass ich irgendetwas mache. Ich glaube, es ist vor allem auch das Gefühl gewesen, dass ich nichts tue, was mir irgendwie Angst gemacht hat. Ich … ja, einfach dieses Gefühl, dazusitzen und nichts zu machen und zu warten, bis alles schlechter wird, das war etwas, was ich nicht gut ausgehalten habe, nicht gut aushalten konnte und ich habe damals herumgegooglt und bin zufälligerweise auf das Buch von Terry Wahls gestoßen. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Terry Wahls ist eine Amerikanerin, eine Internistin, also eine Ärztin, die auch selber MS hat und die ein Programm entwickelt hat, ein Ernährungsprogramm für Menschen mit MS. Ich habe mir dieses Buch damals bestellt, ich hab das gelesen und mir hat das sofort was gesagt. Also, es war sofort so, dass ich dachte, bingo, das muss ich machen.

Ehhm, ich hatte auch früher schon einmal mit Ernährung experimentiert. Habe schon einmal so eine Rohkostsache gemacht, also hatte oft zu starke Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel. Ich hatte vor langer, langer, langer Zeit, das ist bestimmt fünfzehn Jahre her, habe ich irgendwann mal mit einer Freundin, war ich essen und habe etwas gegessen, was irgendetwas in Sahnesoße war und danach hatte ich taube Hände, also komplett. Daraufhin habe ich nie wieder Sahnesoße gegessen. Also ich hatte immer schon das Gefühl, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Ernährung und der Symptomatik, also dass Symptome schlimmer oder weniger schlimm sind, je nach dem, was ich esse. Habe auch relativ, also schon bevor ich Terry Wahls gelesen habe, das Gefühl gehabt, dass Weizenprodukte mir nicht guttun, dass ich dadurch müde werde und dass die mir die Energie ziehen, eigentlich.

ich hatte auch schon Phasen, in denen ich mich dann glutenfrei ernährt habe und gemerkt habe: Okay, das bringt irgendwie etwas, aber ich war nie so fokussiert an der Stelle und hatte auch nie irgendwie einen Background. Ich hatte nie irgendjemanden oder irgendetwas, was meine Thesen, die ja eigentlich Erfahrungswerte nur waren, die das irgendwie gestützt hätten. Es gab nichts, was mir gesagt hätte: Ja, Ernährung und MS, da gibt es einen Zusammenhang. Deswegen habe ich das irgendwie bemerkt und auch irgendwie ernstgenommen, aber gleichzeitig nicht stringent verfolgt und dieses Buch hat aber eigentlich bestätigt … einige Gefühle, die ich eben hatte, hat dieses Buch bestätigt und ich habe dann mit dem Absetzen der Gilenya angefangen mit diesem Ernährungsprogramm und ich mache das bis heute. In abgeschwächter Form teilweise, also jetzt im Moment, wo ich wieder eine Therapie mache, bin ich nicht ganz so strikt, wie ich es vorher war, als ich keine hatte.

Das ist tatsächlich am Anfang, wenn man es liest, relativ rigoros, ein großer Einschnitt in die üblichen Ernährungsgewohnheiten. Terry Wahls bedeutet erst einmal den Verzicht auf Laktose, alle Milchprodukte eigentlich und zweitens, den Verzicht auf alle glutenhaltigen Produkte, also alles, was Getreide ist. Wenn man mal durch einen Supermarkt geht, fällt einem auf, dass relativ viel davon entweder mit Getreide oder mit Laktose zu tun hat. Entsprechend ist das ein recht großer Schritt und … was man eigentlich isst, ist …also, es gibt drei Stufen. Es gibt ein Basis-Programm, ein Paleo-Programm, heißt das, und dann gibt es noch Paleo-plus. Es richtet sich nach dieser Paleo-Ernährung, ist aber, glaube ich, im strengen Sinne keine Paleo-Ernährung, aber ist davon auf jeden Fall inspiriert. Bei dieser Basisvariante verzichtet man eben auf die beiden genannten Sachen, isst gleichzeitig neun Cups, eine amerikanische Maßeinheit, neun Cups Obst und Gemüse täglich und außerdem Fleisch.

… und wenn Getreide, dann Pseudogetreide, also glutenfreie Produkte, Nüsse und so etwas gehört natürlich auch irgendwie dazu. Dann in dem Paleo-Programm wird es extremer im Bereich Fleisch, also es gibt noch mehr Fleisch und gar kein Getreide mehr, auch nichts glutenfreies. Und in dieser Paleo-plus-Variante ist es dann so, dass man sagen kann, eigentlich ist es nur noch Fett. Was man erreichen will mit dieser Ernährung, ist die Ketose, das heißt also die Verbrennung von Fett anstelle von Zucker und das erreicht man theoretisch mit diesem Paleo-plus-Programm. An die Stelle habe ich es noch nie geschafft. Es ist gut möglich, dass das funktioniert, darüber kann ich aber nichts sagen, weil … ich habe … das krasseste, was ich gemacht habe, war das Paleo-Programm, eben, weil ich schon immer das Gefühl hatte, dass ich mit diesem Basis-Programm oder dem Paleo-Programm schon so gute Effekte erziele, dass es eigentlich nicht notwendig ist, noch das krassere zu machen. Genau.

Und also, ich hab eigentlich dann meine Ernährung dann auch das Basis-Programm umgestellt und bin damit sehr gut gefahren, also es ging mir sehr gut."

Thema: Ernährung

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