Erzählen von der MS Erkrankung
Lisa Reimer, 23 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2016
Frau Reimer war bei der Diagnosestellung Single und hat sich gefragt, wie sie ihre Erkrankung anspricht, wenn sie jemanden kennenlernt.
"Als ich die Diagnose bekommen habe, war ich zum Beispiel Single und da war bei mir auch die Frage so, wie würde das sein, wenn du jetzt jemanden kennenlernst, den du tatsächlich dann irgendwie dir auch als feste Beziehung, als festen Partner vorstellen könntest? Wie erzählst du ihm das und so weiter und so fort? Und das hat mir das Leben schwergemacht, darüber nachzudenken und wie das dann werden würde oder wie das sein würde. Wie würde der reagieren? Würde der überhaupt irgendwie reagieren? Aber auch das ist dann irgendwann passiert. Ich habe jemanden kennengelernt und habe ihm das erzählt und seine Reaktion war: „Okay. Ja, was ist das für eine Krankheit?“ Das habe ich ihm dann erzählt und er war da immer noch total entspannt. Und ich dachte mir so: „Mhm, ich habe ihm doch jetzt erzählt, ich habe MS und total furchtbar und total schrecklich.“ Und er meinte nur so: „Ja, aber du nimmst ja Medikamente und die schränken das ja im Moment oder halten das ja ganz gut unter Kontrollen und im Moment ist doch alles gut.“ Ja, da dachte ich mir auch so, ja, stimmt eigentlich, im Moment ist alles gut. Und es sieht auch nicht so aus, als würde es jetzt irgendwie in nächster Zukunft dramatisch anders werden. Und ja, so sind wir irgendwie einfach dabei geblieben, dass alles gut ist im Moment und dann ging es dann irgendwie weiter. Mittlerweile sind wir über ein Jahr zusammen und auch wenn es mal nicht so gut war, war er da total entspannt. Also auch da wieder unnötig Stress gemacht tatsächlich. Ja, kann natürlich auch anders laufen, aber ich denke, da sollte man dann irgendwie fair bleiben und demjenigen doch die Chance lassen, sich so etwas gut zu überlegen und wenn dann aber jemand so entspannt ist, nimmt man das doch gerne einfach so hin."
Thema: Erzählen von der MS Erkrankung