Erzählen von der MS Erkrankung
Ronald Hofbauer, 47 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2013
Ronald ist offen im engeren Umfeld und auf der Arbeit mit der Diagnose umgegangen und hat alle mit Informationen zur MS versorgt.
"Ja, ich bin natürlich so… Ich meine, mit der Diagnose sofort ganz offen umgegangen, habe das eigentlich… habe mir sofort da Informationsmaterial besorgt, von den Kliniken hier oder auch vom Neurologen und habe das dann in meiner Arbeit abgegeben, habe das meinen Eltern, meiner Schwester oder meiner Familie zur Verfügung gestellt, habe mir dann auch Filme runtergeladen, um das eben meinen Kindern zu erklären, um da Fehlinterpretationen gleich aus dem Weg zu gehen. Oft spricht man von MS, ich betitele es mittlerweile immer mit Multipler Sklerose, weil MS auch oftmals als Muskelschwund verstanden wird. Und wollte da halt gleich eigentlich die Informationen in die richtige Richtung zu leiten, um da Fehlinterpretationen einfach zu vermeiden. Und war auch im Nachhinein von Vorteil, weil meine Eltern, die da natürlich sehr besorgt waren, gleich den Stand der Dinge mitgekriegt haben und auch eben die Zukunftsmöglichkeiten erklärt bekommen und meine Kinder konnten bestimmte Fragen in der Schule oder in ihrem Jugend- oder kindlichen Umfeld gleich fachlich richtig dokumentieren und mussten sich da nicht an den Pranger stellen lassen. Und auch in der Arbeit war das einfach für die glaube ich viel besser, wie jetzt sich dann auf BILD-Zeitungsinformationen verlassen zu müssen. Die waren dann einfach fachlich richtig im Thema. Und haben sich mehrfach bei mir bedankt, dass das der bessere Weg war, wie das alles sich so selber erarbeiten zu müssen und dann halt oftmals eigentlich völlig im falschen Fahrwasser schwimmen sozusagen, das war auf jeden Fall ein sinnvoller Weg aus meiner Sicht. Ich wohne in einem kleinen Dorf, wir sind nur 2.000 Einwohner in [unklar ] und da ist natürlich die Information schnell über Mundpropaganda von A nach B gestreut worden, zumal ja meine Kinder noch in der Grundschule waren oder im Kindergarten waren und da halt einfach Fehlinterpretationen, weil ich humple oder schwanke, da halt gleich aus dem Weg geräumt sind. Also es ist dann nicht mal eben blöde Anreden kommen, dem habe ich schon vorgesorgt sozusagen. Ich habe die Information vorab gegeben, bevor blöde Fragen oder blöde Interpretationen entstanden sind. Und ich bin gut damit gefahren, also ich denke mir, das offen zu leben ist besser, wie das zu verheimlichen. Weil zu verheimlichen lässt es sich irgendwann eh nicht mehr und dann ist natürlich diese große Frage, was ist es, kann man so oder so interpretieren und wenn das schon vorher interpretiert wird, dann gibt es kein so oder so. Also ist meine Herangehensweise gewesen und ich bin gut damit gefahren. Also kann das nur so empfehlen, offen damit umzugehen, weil dann erspart man sich viele Peinlichkeiten."
Thema: Erzählen von der MS Erkrankung