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Erzählen von der MS Erkrankung

Sabine Raue, 21 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2017

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Frau Raue hat ihrem sozialen Umfeld die Diagnose über soziale Netzwerke öffentlich gemacht.

"Also ich habe die Diagnose wirklich so zwischen Tür und Angel bekommen, als ich da im Krankenhaus lag: „Ja. Sie haben MS. Und auf Wiedersehen.“ Dann sind die Ärzte alle wieder raus gegangen. Und ich lag da. Erstmal, glaube ich, habe ich eine Stunde lang gar nichts gemacht. Sondern war ein bisschen erstarrt. Ich habe meine Schwester dann heulend angerufen. Die wusste das dann sofort. Die kam auch vorbei, direkt. Und ist mir beigestanden. Meinen Eltern wurde es von den Ärzten erzählt, obwohl ich erwachsen bin. Ich weiß nicht, warum. Also ich war ja 19 Jahre alt zur Diagnose. Trotzdem wurden meine Eltern informiert. Ich weiß nicht, was das sollte. Ansonsten habe ich es tatsächlich erst einmal überhaupt niemand erzählt. Wollte ich nicht. Ich wollte nicht, dass irgendwer von meinen Freunden mich dann ab dem Zeitpunkt irgendwie anders sieht, anders mit mir umgeht. Ich hatte irgendwie Angst, so eine schlimme Diagnose dann mitzuteilen, weil ich wollte nicht das kranke Mädchen sein. Aber irgendwann, ein dreiviertel Jahr später, ist mir halt aufgefallen, dass das einfach auch ein bisschen schwachsinnig ist, das so zu verbergen, weil gemerkt haben sie auf jeden Fall, dass ich sehr müde bin und dass es mir nicht so toll geht. Und irgendwann habe ich es dann tatsächlich in einem Rutsch einfach öffentlich gemacht. Über soziale Netzwerke. Und dann wussten es alle. Und das war auch besser so. Dann musste ich mir nicht immer irgendwas einfallen lassen, warum ich heute nicht kann. Es hat eigentlich mehr Probleme verursacht, als dass es sie irgendwie gelöst hätte.

Ja. Ich habe einfach so einen kleinen Text geschrieben. Und habe gesagt: „Es hat sich ein bisschen was verändert bei mir in der letzten Zeit. Ich habe eine Krankheit. Ich habe MS. Ihr braucht Euch aber keine Sorgen machen: Das ist nicht tödlich. Ich bin kein anderer Mensch geworden. Das gehört jetzt bei mir dazu. Wenn ich also mal sehr müde bin und Euch kurzfristig absagen sollte, seid mir nicht böse! Das ist nicht böse gemeint von mir.“ Genau. Eher in die Richtung. Ich habe es auch wirklich runtergespielt. „Ihr braucht Euch jetzt keine Sorgen machen. Es ist alles in Ordnung.“ Und so war das dann auch, glaube ich, ganz gut. Dann musste ich mich nicht mehr so oft rechtfertigen."

Thema: Erzählen von der MS Erkrankung

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