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Erzählen von der MS Erkrankung

Luise Kampen, 29 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2013

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Frau Kampen hatte Angst davor, die Diagnose ihrer Mutter mitzuteilen, weil sie sie nicht belasten wollte. Bei ihrem Freund war sie beim Kennenlernen sehr offen. Bei der Arbeit geht sie vorsichtiger mit dem Thema um.

"Ich habe tatsächlich an einer normalen Uni studiert. Ich habe an der Fernuniversität studiert. Sprich, da war es nicht so ein Thema. Und ich habe es einfach am Anfang sehr sehr wenigen Leuten gesagt. Ich habe sehr viel Angst davor gehabt es meiner Mutter zu sagen. Obwohl die das ja alles wusste. Die wusste ja, dass ich das in Australien hatte. Die wusste, dass ich einen MRT-Termin habe. Aber ich wusste ganz genau, wenn ich es ihr sage, für sie ist es schlimmer als für mich. Und so war es dann auch im Endeffekt. Und das war mit das Schlimmste. Bei meinen Freunden waren es schon sehr … Ich meine, es gab nie eine schlechte Reaktion. Das hat niemand komisch reagiert oder … So dass ich mir im Nachhinein dann denke, das hat was mit unserer Freundschaft verändert oder so. Aber das ist schon krass, jemandem zu sagen, ich habe eine Krankheit, die ist nicht heilbar. Und ich weiß nicht wie es mir in zehn Jahren geht. Mittlerweile gehe ich damit ein bisschen lockerer um. Bei meinem Freund war es so, den habe ich kennengelernt und es ihm am ersten Tag gesagt. Wobei man dazu sagen muss, er hat auch Epilepsie. Und von daher hat sich das denn auch … Das war dann irgendwie ganz gut. Übrigens: Ich habe MS. Übrigens: Ich habe Epilepsie. Und dann hat sich das Thema dann auch erledigt. Man versteht sich dann irgendwie. Und man kann damit umgehen. Ja. Wäre vielleicht mit einem anderen Menschen anders gewesen. Tja, in der Arbeit ist halt so, ich würde es jetzt nicht sagen, wenn es nicht nötig ist. Allerdings sobald man halt regelmäßiger beim Arzt ist, ich möchte nicht, dass meine Kollegen über mich spekulieren, dann sage ich es lieber. Ja.

In meinem aktuellen Job ist es so, dass ich mich gezwungenermaßen outen musste. Und zwar habe ich … Ich habe am Anfang als Honorarkraft gearbeitet und wurde dann fest angestellt. Und im Laufe dessen, das war vor einem Jahr, hatte ich meine ganz schlimmen Schübe. Und ich musste praktisch sagen, dass ich jetzt im Krankenhaus bin und dass ich MS habe. Wobei es da der Zufall so ist, dass eine Kollegin von mir auch MS hat. Es ist keine direkte Kollegin, sondern die arbeitet in einer anderen Einrichtung. Von daher wussten die schon ein bisschen was das ist und was das bedeutet. Und waren dann eigentlich auch recht harmlos. Ja. Ich fange jetzt dann bald einen neuen Job an bei einem recht großen Unternehmen. Ist auch nur ein Praktikum. Und da werde ich schon auch erstmal versuchen, so wie es mir jetzt geht, es nicht zu sagen."

Thema: Erzählen von der MS Erkrankung

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