Erzählen von der MS Erkrankung
Fabian Möllring, 44 Jahre alt
MS-Diagnose seit 1998
Für Fabian war die MS zuerst nicht anwesend und erst als sie sich bemerkbar machte, erzählte er offen von ihr.
"Also dadurch, dass die Krankheit für mich jetzt nicht so…also es war jetzt nicht so: „Ich habe jetzt Krebs blabla nur noch 3 Monate zu leben“, war diese MS damals niemals für mich anwesend. Also ich habe es logischerweise meinen Leuten gesagt, aber ich war ja noch relativ jung, ich war Anfang 20. Da war sowas noch nicht da, also meine Leute konnten auch nicht wirklich etwas damit anfangen. Mir ging es ja gut damals. Also ich hatte zwar diesen einen Schub, aber es ist nichts zurückgeblieben. Ich hatte ja drei, vier Jahre lang ja Ruhe. Deswegen war die nicht anwesend die Krankheit, auch nicht für meine Leute. Außer für meine Mutter, die hat sich natürlich Sorgen gemacht ohne Ende, die war richtig fertig. Aber sonst … meine Freundin, meine damalige Freundin…ja…das war nicht wirklich präsent diese Krankheit damals. Erst nach und nach.
Ich habe diese Krankheit dann…anfangs dann wo es ein bisschen heftiger wurde, habe ich es wirklich nicht jedem erzählt. Auf der Schauspielschule habe ich es dann irgendwann erzählt, weil wir komischerweise 2-3 Monate vorher ein Theaterstück gehabt haben mit dem Thema MS, das hieß „Der Schub“, dieses Theaterstück. Und dann habe ich eben…ich habe es in der Schauspielschule nie erzählt und dann an dem Zeitpunkt, wo es darum ging, habe ich gesagt: „Passt mal auf, ich habe diese Krankheit auch“. Und das war so das erste…ja die Leute haben natürlich „Boah krass“ und so…aber es war damals für mich nicht so krass. Ich habe einfach nur gesagt: Ich habe diese Krankheit und so nach und nach habe ich es dann hier und da mal erzählt. Und ich sage mal jetzt die letzten 3 Jahre, wo es mir wirklich richtig schlecht geht, erzähle ich es den Leuten eigentlich immer relativ offen, bzw. meine Frau, die ist ja ausgebildete Sozialpädagogin, die erzählt das sowieso immer den Nachbarn oder so: „Passt mal auf, mein Mann hat hier MS und blabla…so ein bisschen aufpassen und so“
Und ich gehe jetzt eigentlich relativ offen damit um, gerade auf der Arbeit, ich habe diesen Job ja nur durch meine Schwerbehinderung bekommen, wussten die Leute es auch, aber es hat sie nicht wirklich interessiert. Ich wurde ja 1:1 als Arbeiter übernommen, ich musste ja auch die schweren Arbeiten übernehmen, die ich eigentlich gar nicht hätte machen sollen oder dürfen oder wie auch immer."
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