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Sturzprophylaxe

Marina Neuser, 53 Jahre alt

MS-Diagnose seit 1999

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Marina nahm an einem Kurs zur Sturzprophylaxe teil und berichtete über ihre Erfahrung bezüglich dieses Trainings.

"Dieser Kurs zur Sturzprophylaxe, das ist eine ganz tolle Sache. Wendet sich natürlich in erster Linie eher an Senioren. Da bin ich also zusammen mit Leuten, die… Ja, vielleicht sind da noch welche von unter siebzig, aber eben einige, die deutlich älter sind und die auch entsprechend Gleichgewichtsprobleme haben und nicht unbedingt so gelenkig und beweglich sind. Das ist in Kleingruppen, da sind wir also sieben Leute und Nummer acht ist die Trainerin. Und ja, wir fangen an mit Aufwärmübungen. Es ist sechzig Minuten und es ist wahnsinnig intensiv. Ich habe da den Welpenstatus. Ich hole mir immer einen Stuhl ran und manchmal stehe ich noch nicht mal beim Aufwärmen. Und wie gesagt, ein Dreivierteljahr mache ich das jetzt und ich habe eigentlich immer mit meiner Physiotherapeutin im Herbst, wenn die Blätter fallen und die Rutschgefahr steigt, haben wir immer Einheiten eingelegt mit so einem Stolper-Parkour, also irgendwelche Kissen, oder sie hat mich auch richtig umgeschubst in ein Kissen, dass ich mir nicht wehtue, aber dass ich dieses Abrollen üben kann. Auch da use it or lose ist. Also man muss das Fallen, man sollte das Fallen üben, damit man in der Situation, wo es dann passiert, sich etwas besser abrollen kann. Und unheimlich wichtig ist, wieder aufstehen zu können. Als ich jetzt mit diesem Sturzprophylaxekurs anfing, das war vier, fünf Monate, dass ich vom Boden nicht aufstehen konnte. Ich konnte es nicht schaffen. Und beim Aikido haben wir auch immer mal Bodenübungen gemacht und da war das auch so, ich konnte vom Boden nur hochkommen, indem ich mir den Stuhl dann heranziehe, dann wuchte ich den Oberkörper da herauf, dann stehen die Beine auf und dann baue ich mich langsam auf. An meinen eigenen Oberschenkeln abstützen, das habe ich bei meiner Physiotherapeutin schon immer gelernt und geübt. Aber ich konnte im letzten ersten Halbjahr vom Boden nicht wieder hochkommen, die Erdanziehungskraft war gegen mich. Die hat einfach nur gezogen und die Muskeln, die hatte ich nicht. Also ich bin nicht liegengeblieben, ich bin aber nur mit viel Hilfsmitteln hoch. Und wenn ich unterwegs bin und stürze oder mich verschätze und irgendwie auf dem Boden lande, muss ich ja auch irgendwie wieder hochkommen. Da ist nicht immer ein Stuhl. Manchmal sind da auch Menschen, am liebsten junge Männer, weil die die Kraft haben und auch die Gleichgewichtsgeschichte hinkriegen, die dann auch immer denken, es reicht, mir den Arm zu reichen, wo ich sage: „Nein, Sie müssen mich wirklich hochziehen, bis ich dann sozusagen das Gewicht vom Rumpf oben habe und die Beine sich nur drunter aufbauen müssen.“ Durch die geringe Spastik sind die dann ja steif und so. Aber ich kriege es jetzt wieder hin, alleine aufzustehen, also mich selber soweit hoch und dann mich an meinen eigenen Beinen, dann den Oberkörper aufzurichten. Wobei ich inzwischen auch schon soweit bin, dass ich sage oder weiß, das kann auch mal sein, dass wieder eine schwächere Phase kommt einmal oder ein paar Wochen oder so, aber es ist da, es geht noch. Es lässt sich durch Üben wiederfinden. Man braucht Geduld, man darf auf keinen Fall die Zeiten sich als Ziel setzen, die man so erwartet, die man vielleicht von Gesunden hört, ne? Mal verdoppeln oder verdreifachen. Also zwei Monate? Vergiss es. Aber in einem halben Jahr vielleicht. Immer wieder üben, Geduld haben und versuchen. Und ja."

Thema: Bewegung und Sport

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