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Rehabilitationsaufenthalt und seine Auswirkungen

Marita Enke, 59 Jahre alt

MS-Diagnose seit 2008

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Marita kam nach Diagnosestellung in die Rehabilitationsklinik. Aufgrund ihres Schockzustandes konnte ihr aber nicht wirklich geholfen werden.

"Ja, die Reha war dann im Anschluss an die Diagnose. Es war irgendwie Ostern oder so. Ich war die Ostertage zu Hause. Und bin dann hier in der Nähe nach Damp zur Reha gegangen. Und hatte keine Ahnung, was ich erwarten dürfte. Hatte keine Ahnung über Rechte. Ich hätte Rechte gehabt, die ich auch abfragen hätte können. Also ich hätte auch Anforderungen stellen können an die Reha. Das habe ich alles nicht gewusst. Ich bin in diesen Film gelaufen, alles gesagt, was mir gesagt wurde. Ich kannte ja so ein Leben gar nicht mit diesen Essenszeiten und Essenstisch. Also so dieser ganze äußere Rahmen einer Reha war mir völlig fremd. Gleichzeitig war es eine Art Urlaub. Ich habe Verlängerung gekriegt. Ich war also fünf Wochen in dem Bereich mit Leuten, die mit ganz anderen Diagnosen da waren. Habe mich dann mit welchen auch angefreundet. Mit denen habe ich dann auch Freizeit verbracht und wir hatten Spaß zusammen. Also im Grunde habe ich da so ein bisschen Urlaub gehabt.

Und diese Ernsthaftigkeit des Anlasses war mir nicht bewusst oder die konnte ich nicht greifen. Die war mir nicht greifbar. Und das, was dann die MS betraf in den Reha-Maßnahmen oder so, das habe ich mir dann angehört oder auch was dazu gesagt oder so. Da hab es auch eine Psycho-Gruppe und so. Aber ich konnte damit nicht wirklich viel anfangen. Das hat alles noch nicht gegriffen. Also das war noch nicht angekommen bei mir. Das war überhaupt nicht angekommen. Und die Leute waren nett, die da waren. Und ich habe alles fein gemacht. Und im Nachhinein weiß ich, ich hätte andere Dinge schon mal in die Wege leiten können. Angeboten wurde mir viel. Es gab ja auch den Sozialen Dienst oder eine Soziale Beratung oder so. Das habe ich alles nicht annehmen können zu der Zeit. Dass ich mich berenten lasse oder behindert … Äh, nee. Nee. Also so, das war alles sehr schwammig. Auswirkungen? Das war eine Auszeit. Sicher in einem … Ich glaube schon, dass ich in einer Art Schockzustand war und der Zeit wurde ich aufgefangen durch diesen äußeren Rahmen. Ganz sicher. Also ich hatte bestimmt nicht das Gefühl, so, mir wird jetzt MS-mäßig geholfen. Das Gefühl hatte ich nicht. Aber ich hätte ja auch gar nicht gewusst, wie man mir helfen soll. Ich hätte ja nichts gewusst. Eben, habe ja nicht gewusst, was ich erwarten könnte. Das war bestimmt ein Auffangen in dieser Schocksituation, dass ich nicht wieder in meinem Alltag bin … Was ich noch erwartet hatte … Doch. An was ich noch gedacht habe, war, dass jetzt irgendwas kommt mit diesen Medikamenten. Das war ja in der Klinikzeit nicht.

Und da habe ich gedacht, das werden die mir in der Reha erzählen. Und da kam nichts. Und ich habe da auch nicht nachgefragt. Doch, ich glaube irgendwann gab es mal ein Gespräch, dass dann jemand sagte, ja, das kommt dann später mit dem Neurologen zu Hause oder so. Aber keiner hat gesagt, dass ich irgendwas tun müsste. Ein bisschen was war mit Sport und so. Ja. Doch, es gab Ernährungsseminare. Das habe ich mir auch genau angehört. Bestimmte Nahrungsmittel, also bestimmte Lebensmittel sind sinnvoller und manche sind gar nichts. Das schon. Aber ansonsten war das so ein bisschen luftleerer Raum da."

Thema: Rehabilitationsaufenthalt und seine Auswirkungen

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