Zum Inhalt springen

Rehabilitationsaufenthalt und seine Auswirkungen

Hannah Junge, 61 Jahre alt

MS-Diagnose seit 1995

Wird erst auf Klick geladen. Dabei stellt Ihr Browser eine Verbindung zu Vimeo her.

Hannah Junge ist froh, dass sie in der Reha gelernt hat wie sie sich im Alltag selbst anziehen kann.

"Das sind so Kleinigkeiten, ja. Auch Hilfsmittel, ja. Man kann sich austauschen und sagen "wie kommst du damit zurecht?" Oder ist interessanterweise, ja keiner der Patienten sagt, "ich habe das auch" oder "ich habe das gleiche wie du". Weil jeder Patient ist individuell, ich sage immer "Multiple". Ja. Ja.

Eigentlich, wie ich noch gearbeitet habe, war ich auch regelmäßig hier. Ich war auch schon in Ansbach. In Bad Zwesten war ich. Das war eine Klinik, die sehr hoch auf dem Berg lag. Das ist für die Leute, die im Rollstuhl saßen, war das eine Katastrophe. Weil der Berg runter ging es noch, aber die kamen nicht mehr hoch. Wenn wir die damals nicht mit hochgenommen haben. Aber ich empfinde es hier als sehr angenehm, weil man kriegt doch sehr viel Hilfe. Ja und auch so was Positives nimmt man mit. So was man auch im Alltag dann umsetzen kann, ja. Und es ist einfach auch mal eine Auszeit, wo man einfach seinen Akku wieder auflädt, ja.

So die ersten Sachen waren auch einfach bewusster zu leben. Und einfach auch mehr Pausen einzuschalten. Das war glaube ich, sehr wichtig. Auch so feinmotorisch, diese Übungen auch so Kleinigkeiten. Dass wenn ich eine Bluse anziehe, dann gibt es so ein Hilfsmittel, das ist so ein Schlingending, das man durch die Bluse zieht. Das habe ich dann in Ansbach kennengelernt. So Kleinigkeiten, ja. Und ich denke, dass tut einem auch gut. Weil wenn es einem dann schlecht geht und man hat das Bedürfnis sich anzuziehen, finde ich es halt nicht schlecht, wenn man so kleine Hilfsmittel hat, ja.

Mein Sohn, für den war es…, also wie er das gehört hat, der war fünfzehneinhalb, fast 16. Der hat sich erstmal nur eingesperrt im Zimmer. Ja. Und hat gesagt, "ich will das nicht, dass du das hast, Mama." Und hat sich den ganzen Tag eingesperrt. Jedes Gespräch war zu viel. Und dann habe ich ihn auch erstmal in Ruhe gelassen. Und ich muss sagen, jetzt ist er…, er konnte mich auch nie besuchen in der Reha. Und jetzt hat er eine feste Freundin. Und die ist Psychologin. Und die hat gesagt, "du wir besuchen jetzt mal deine Mama." Und das war erstmal ein Schlag für ihn. Gut, dann war er vor zwei Jahren das erste Mal hier, in der Klinik. Und dann hat er gesagt, "bin ja total überrascht. Das sieht ja gar nicht aus wie eine Klinik. Das ist ja sehr angenehm." Also er ist schon bedacht darauf, dass es mir gut geht. Und das ich auf mich achte. Und da sagt er aber immer: "Mama du wirst nie so krank. Du machst so viel. Du arbeitest so viel an dir. Du bist sowas von hartnäckig. Ich glaube nie, dass du so ganz schlimm das kriegst.""

Thema: Rehabilitationsaufenthalt und seine Auswirkungen

Weitere Berichte zu diesem Thema