Rehabilitationsaufenthalt und seine Auswirkungen
Daniela Sandmann, 57 Jahre alt
MS-Diagnose seit 2006
Daniela Sandmann berichtet, dass die Rehabilitation sie sowohl körperlich als auch psychisch sehr aufgebaut hat. Sie macht aktuell ihre vierte Rehabilitation.
"Aber ich habe festgestellt, dass das wirklich Sinn macht, dass das für den Körper Sinn macht, dass das für die Psyche Sinn macht, mal so Auszeiten zu nehmen. Und ich muss sagen, das Konzept hier auf Schmiedau… Ich habe das jetzt auf verschiedene Arten erlebt. Zuerst eben die ersten zwei Kuren rein von der Bewegung her war ich tatsächlich noch in der Lage, lange Spaziergänge mit den Stöcken zu machen, was jetzt ja leider nicht mehr ist. Dieses Konzept eben, die Beweglichkeit zu fördern, die Sicherheit in der Bewegung zu fördern, aber gleichzeitig auch für die Psyche eben für Entspannung Handwerkszeug sozusagen an die Hand zu geben, verschiedene Ansätze. Und das waren die erste zwei Mal. Das dritte Mal hat es mich erwischt, weil da habe ich zu heftig auf dem E-Bike rumgehampelt und hatte mir einen netten Armbruch eingehandelt, der mich viel wertvoller gemacht hat, weil ich jetzt eine Titanplatte im Ellenbogen habe. Und da war aber zum Glück gerade die Reha hier terminiert gewesen. Und das muss ich auch sagen, da wurde dann halt wirklich bei der dritten Reha geschaut, dass ich wieder auf die Füße komme. Dass also wirklich mit Lymphdrainage und Ergotherapie alles wieder so hingebracht wurde, dass ich nach drei Wochen hier aus der Klinik raus bin, wieder die Hand, den Arm alles gut bewegen konnte, sicher laufen konnte. Also von daher hat die Reha auch Sinn gemacht, obwohl sie nicht ganz MS-spezifisch war, aber Auswirkungen der MS zur Grundlage hatte. Und das ist jetzt mein vierter Aufenthalt. Und da merke ich zwar, dass die Rentenversicherung spart beziehungsweise sehr viel abverlangt vom Personal und Patienten und dass das Wetter zur Zeit sehr heiß ist. Aber es ist okay, also weil diesmal hat es bei mir jetzt weniger zu tun mit flüssig laufen, sondern diesmal ist Schwerpunkt auf Gleichgewicht, dass ich eben… Ich bin unterwegs mit Rolli und Rollator und Stock inzwischen und lerne hier wirklich Gleichgewichtsübungen. Das ist die eine Seite. Und die andere Seite ist, was ich total super finde, dass hier im Programm jetzt zum Beispiel so Sachen wie Qi Gong aufgenommen sind, was toll ist, weil ich kann das im Stehen nicht mehr so machen. Aber die Therapeutin hat das raus, dass wir das im Sitzen machen können. Also so eine Mischung zwischen Stehen und Sitzen. Und eben solche Dinge, die sind wichtig bei Reha-Aufenthalten, dass man einfach wieder aufgebaut wird. Und wenn ich hier… Das sind jetzt für mich noch zweieinhalb Wochen, die ich hier bin. Und wenn ich dann heimkomme, dann habe ich mir… Das ist auch etwas Wichtiges, was man überlegen sollte. Ich habe noch eine Woche Urlaub hintendran gehängt, natürlich in Absprache mit der Chefin und allen. Weil wenn man heimkommt und lässt sich direkt wieder in den Job fallen, dann ist die ganze Reha umsonst gewesen. Also ich komme heim, dann habe ich eine Woche noch, wo ich es ruhiger angehen lasse, zu Hause bin, da mal wieder reinlaufe in den Alltag und danach halt wieder Job halbtags an der Uni."
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