Lebensstilmaßnahmen

Der Lebensstil kann als eine Art und Weise der Lebensführung bezeichnet werden und umfasst sowohl innere Einstellungen als auch Aktivitäten und Interessen. Jeder kann für sich selber entscheiden, wie er mit seinem Verhalten und Überzeugung die Erkrankung in gewissem Maße mit beeinflusst und so zumindest teilweise in die eine oder andere Richtung verschiebt.
Zu den Lebensstilmaßnahmen, die in unseren Interviews genannt wurden, gehörten das Rauchen, Maßnahmen und Einstellungen zur Entspannung und Stressbewältigung, individuelle Ansätze zum aktiven Leben und Wissenserwerb, Bewegung und Sport sowie verschiedene Ernährungsformen und der Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln.
Hier bekommen Sie einen Einblick in die persönlichen Erfahrungen der MS Betroffenen. Die hier verwendeten Namen sind erfundene Decknamen. Die kritische Begutachtung und Auswahl der Erfahrungsberichte erfolgten mit dem Ziel, ein möglichst breites Spektrum an Erfahrungen abzubilden. Diese sind sehr subjektiv. Damit sind alle Angaben der Interviewten ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.
Bewegung und Sport
Bewegung und Sport kann sich positiv auf das Wohlbefinden und die MS auswirken und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Für viele unserer Erzähler und Erzählerinnen war es wichtig, Bewegung in verschiedenen Formen weiterhin in den Alltag zu integrieren. Da der Sport für viele Betroffene nicht mehr in gleichem Ausmaß wie vor Beginn der MS möglich war, suchten sie nach alternativen Bewegungsformen, die mit Beeinträchtigungen ausführbar waren. Nicht alle unserer Erzähler entschieden sich dazu, sich sportlich zu betätigen. Einige machten keinen Sport oder mussten diesen aufgrund ihrer MS-Symptomatik aufgeben.
Bewegung und Sport
25 Erfahrungsberichte
Annette Krause, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 00:46
Für Annette ist das Aquajogging ideal, da sie im Wasser ihre Gelenke richtig bewegen kann und sich auspowert.
Simon Kern, 47 Jahre alt
Diagnose seit 1995 · Video 02:03
Simon konnte weiterhin gut Fahrrad fahren und unternimmt mehrtägige Fahrradtouren. Das Auf- und Absteigen bereitete ihm gelegentlich Probleme.
Lisa Reimer, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 01:40
Frau Reimer fing auf Anraten mit dem Joggen an und versuchte trotz Zeitmangel weiterhin Bewegung in ihren Alltag zu integrieren.
Juliane Frank, 41 Jahre alt
Diagnose seit 1995 · Video 02:41
Viel Sport hatte Juliane vorher nicht gemacht, bis sie zunehmend Schübe hatte. Sie entschied sich regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen und behielt es in ihrer Alltagsroutine bei.
Markus Kautsch, 40 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 01:31
Markus Kautsch fing mit dem Joggen erst mit der MS an und schaffte ein Jahr später einen Halbmarathon.
Hannah Junge, 61 Jahre alt
Diagnose seit 1995 · Video 01:24
Hannah Junge fing an sich gesund zu ernähren, Sport zu machen und entdeckte Yoga für MS-Betroffene für sich.
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Diagnose seit 2001 · Video 00:58
Franziska Krahl hat für sich herausgefunden, dass sie sich bewegen muss, um ihre MS-Symptome zu verringern.
Vivien Schmidt, 35 Jahre alt
Diagnose seit 1993 · Video 01:54
Für Frau Schmidt war Aikido eine gute Möglichkeit das Gleichgewicht zu schulen und auch Entspannungsübungen zu machen.
Fiona Böck, 44 Jahre alt
Diagnose seit 2000 · Video 02:00
Frau Böck berichtete, dass sie durch die Pilateskurse ihre Schwachstelle, die Rumpfmuskulatur, trainieren konnte. Zusätzlich erzählte sie, dass sie diese Übungen in ihren …
Karin Günther, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 00:49
Frau Günther konnte durch ein E-Bike weiterhin Fahrrad fahren.
Frank Großer, 51 Jahre alt
Diagnose seit 1986 · Video 01:25
Frank Großer beschrieb die Erfahrung des Fallschirmspringens als ein pures Glücksgefühl.
Fiona Böck, 44 Jahre alt
Diagnose seit 2000 · Video 00:32
Seit der MS-Diagnose ging Fiona ins Fitnessstudio und probierte verschiedene Sachen aus.
Karin Günther, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 00:39
Karin richtete sich einen eigenen Sportbereich Zuhause ein.
Marina Neuser, 53 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 03:14
Das MOTOmed nutzte Marina Neuser häufig von Zuhause und beschrieb im Interview, dass es auch gerade mit Spastiken gut durchführbar sei.
Stefan Neukirch, 54 Jahre alt
Diagnose seit 1993 · Video 00:35
Stefan Neukirch beschrieb, dass er das MOTOmed zwar nicht mehr aktiv nutzen könne, es aber die Beine auch passiv bewege und dadurch gegen Gelenkversteifung helfe.
Volker Göring, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2002 · Video 02:28
Herr Göring erzählte, dass Power Plate Training alle Muskeln beanspruche und das Gleichgewicht schule.
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Video 00:44
Franziska beschrieb das Klettern als eine ideale Sportart für MS-Betroffene, da es Bewegungsintelligenz erfordere.
Helene Stadler, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2005 · Video 01:32
Für Frau Stadler wirkten die langsamen Bewegungsabläufe des Qigongs beruhigend. Sie fühlte sich ausgeglichener durch die Übungen.
Lisa Reimer, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 00:26
Für Lisa gab es folgende Vorteile des Reitens: frische Luft, Entspannung und Muskeltraining.
Marita Enke, 59 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 03:53
Marita berichtete, dass Reiten Körperbewusstsein und psychisches Wohlbefinden geben kann.
Stefan Neukirch, 54 Jahre alt
Diagnose seit 1993 · Video 00:48
Herr Neukirch trat einem Verein für Rollstuhlsport bei, bei dem er die sozialen Kontakte wichtig empfand.
Frank Großer, 51 Jahre alt
Diagnose seit 1986 · Video 01:26
Frank beschrieb seine Erfahrungen mit dem Wassersport in Form von Stand Up Paddling und Schwimmen. Er ist mit der MS ein guter Schwimmer. Im Wasser fühlte er sich frei und …
Marina Neuser, 53 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 04:14
Marina nahm an einem Kurs zur Sturzprophylaxe teil und berichtete über ihre Erfahrung bezüglich dieses Trainings.
Katharina Brecht, 48 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 01:07
Frau Brecht geht einmal die Woche zur Stressbewältigung zum Yoga.
Hannah Junge, 61 Jahre alt
Diagnose seit 1995 · Video 01:35
Hannah berichtete von ihren Erfahrungen mit „Yoga im Sitzen“
Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
Viele der MS Betroffenen greifen neben der medikamentösen Therapie, auch auf spezifische Ernährungsmethoden oder Nahrungsergänzungsmittel zurück. Derzeit gibt es noch nicht die eine „MS-Diät“, die wissenschaftlich bestätigt wurde. Daher wurden in unseren Interviews viele verschiedene Ernährungsformen und Nahrungsergänzungsmittel genannt: Die Reduktion und der Verzicht von tierischen Produkten, der Umgang mit dem Alkoholkonsum, die Mediterrane Ernährung, unterschiedliche Diäten, die Integration bestimmter Lebensmittel in die Ernährung, sowie die Einnahme von Vitaminen, Mineralen und Spurenelementen. Einige entschieden sich zudem dazu, ihre Ernährung nicht umzustellen. Dies sind Themen, die unseren Interviews genannt wurden, erfassen aber nicht das gesamte Spektrum an Ernährungsmöglichkeiten, die es aktuell gibt.
Hier sei außerdem zu erwähnen, dass die folgenden Themen individuelle Erfahrungen unserer Interviewten sind und ohne Rücksprache mit einem Arzt eine unkontrollierte Selbsttherapie nicht zu empfehlen ist.
Ernährung
14 Erfahrungsberichte
Isabel Mai, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 01:30
Frau 45 verzichtete auf Alkohol, da sie die Nachwirkungen als negativ empfand.
Karl Rossbach, 57 Jahre alt
Diagnose seit 2012 · Video 02:27
Karl Rossbach berichtete von seiner Entscheidung, auf Kohlenhydrate zu verzichten.
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Diagnose seit 2001 · Video 06:15
Frau Krahl richtete sich nach einem Ernährungsprogramm, welches der Paleo-Diät verwandt ist.
Frank Großer, 51 Jahre alt
Diagnose seit 1986 · Video 00:50
Herr Großer erzählte, dass er so lebt, wie er es möchte, ohne auf bestimmte Dinge verzichten zu müssen.
Erika Geiger, 21 Jahre alt
Diagnose seit 2017 · Video 02:47
Erika Geiger entschied sich für eine Linolsäure-arme und entzündungsverringernde Ernährung. Zusätzlich fing sie mit Sport an und sah vor allem die Kombination aus beidem als …
Markus Kautsch, 40 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 02:00
Markus berichtet von seinen Erfahrungen mit entzündungshemmenden Nahrungsmitteln wie Kurkuma, Blattspinat und Ingwer.
Daniela Sandmann, 57 Jahre alt
Diagnose seit 2006 · Video 01:31
Frau Sandmann integrierte mehrere Einnahmen von grünem Tee in ihren Tag und nahm auf Anraten Vitamin D zu sich.
Wiebke Seif, 37 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:14
Wiebke Seif beschrieb, was mediterrane Küche für sie bedeutete und wie sie diese in den Alltag einbaute.
Simone Gehder, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 02:04
Simone stellte ihre Ernährung auf mediterrane Kost um und berichtete von ihrer bewussten Ernährungseinstellung.
Lisa Reimer, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 02:53
Frau Reimer berichtete, dass sie ihre Ernährung seit der Diagnose umgestellt habe und unter anderem tierische Fette reduziere.
Gerd Friedmann, 31 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 03:02
Gerd beschrieb die MS als Auslöser für seine Ernährungsumstellung. Dabei reduzierte er tierische Produkte und ernährte sich von höherwertigen Lebensmitteln.
Luise Kampen, 29 Jahre alt
Diagnose seit 2013 · Video 01:31
Luise berichtete, dass sie sich vegetarisch und zu einem Großteil vegan ernähre und ihren Alkoholkonsum deutlich reduziert habe.
Johannes Manske, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 03:42
ohannes berichtete von seiner Einnahme von Vitamin D, K2, sowie von anderen Spurenelementen wie Selen, Magnesium und Zink.
Karin Günther, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:14
Frau Günther achtete auf die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, sowie Vitamin-B- und D-Präparaten gegen die Fatigue.
Entspannung und Stressbewältigung
Stress ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes und immer wieder diskutiertes Thema. Er kann sich auf unsere Psyche, unseren Körper und unser Sozialleben auswirken. Maßnahmen zur Reduzierung von Stress können sich positiv auf die MS Erkrankung auswirken.
Nahezu alle Erzähler machten sich Gedanken darum, wie sie ihrem persönlichen Stress im Alltag begegnen können. Dies beinhaltete nicht nur den Stress, der durch die MS verursacht wurde, sondern auch allgemeine Ereignisse im täglichen Leben wie bestimmte Arbeits- oder Lebenssituationen.
Unsere Interviewpartner traten diesen individuellen Stresssituationen auf unterschiedlichen Wegen entgegen: Für manche konnte der Stress durch verschiedene Handlungen wie Entspannungstechniken, für andere durch sozialen Austausch oder durch psychologische Ansätze wie Achtsamkeit und positive Einstellungen reduziert werden.
Optimismus und Offenheit
Viele der MS Betroffenen berichteten über ihre eigene Art und Weise mit ihrer Krankheitsgeschichte umzugehen. Dabei berichteten sie unter anderem, dass Optimismus als eine positive innere Einstellung zur MS hilfreich für die Stressbewältigung war. Der Optimismus spiegelte sich für die MS Betroffenen auf unterschiedliche Weise wider: Für einige bedeutete eine positive innere Einstellung beispielsweise zuversichtlich zu sein, für andere bedeutete sie Lebensfreude oder aber eine Chance zur Selbstfürsorge und zur Schließung enger Freundschaften.
Auch eine offene Einstellung bezüglich der MS hatte für viele MS Betroffene einen positiven Effekt auf ihre Krankheitsverarbeitung. Diese Offenheit drückte sich in den Interviews durch die Akzeptanz der Erkrankung, das Annehmen von Hilfestellungen und durch einen offenen Umgang mit der MS im sozialen Umfeld aus.
Optimismus und Offenheit
7 Erfahrungsberichte
Daniela Sandmann, 57 Jahre alt
Diagnose seit 2006 · Video 02:47
Der offene Umgang mit der MS war nicht immer leicht. Inzwischen hat Daniela für sich jedoch herausgefunden, dass eine freundliche offensive Erklärung über ihre Symptome das …
Wiebke Seif, 37 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:17
Frau Seif entschied sich dafür ihre Kinder über die Symptome der MS aufzuklären. Dadurch konnten diese die MS der Mutter verstehen und lernten, ihre Hilfe bei verschiedenen …
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 03:38
Herr Klein erklärte, dass es dazugehört, die Diagnose zunächst nicht wahrhaben zu wollen. Das anschließende Annehmen der Erkrankung helfe aber sich offen nach Unterstützung …
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Diagnose seit 2001 · Video 02:12
Für Franziska Krahl hat es lange gedauert zu verinnerlichen: „Ich habe MS und es geht mir gut“.
Luise Kampen, 29 Jahre alt
Diagnose seit 2013 · Video 02:44
Luise Kampen beschrieb, dass es für sie hilfreich war, sich auf die Unberechenbarkeit der MS einzustellen, in schwierigen Zeiten Zuversicht zu bewahren und gute Zeiten …
Marita Enke, 59 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 01:41
Durch die MS offenbarte sich für Marita die Chance, sich um sich selbst zu kümmern.
Heinrich Forst, 50 Jahre alt
Diagnose seit 1996 · Video 03:41
Herrn Forst half es, offen mit der MS umzugehen und auf Anraten seines Arztes dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht.
Alltägliche Routinen
Unter alltäglichen Routinen werden Handlungen zusammengefasst, die wiederholt zur Stressreduktion im Alltag ausgeübt werden. Hierunter zählen beispielsweise das Lesen, Gartenarbeiten, Hörbücher hören oder Rätsel lösen. Diese können sehr vielfältig sein und variierten zwischen den Interviewpartnern.
Alltägliche Routinen
3 Erfahrungsberichte
Frida Steinfeld, 32 Jahre alt
Diagnose seit 2002 · Video 00:38
Zur Entspannung hat Frida sich angewöhnt, Hörbücher zu hören.
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 00:59
Gartenarbeit wirkte auf Albert Klein meditativ.
Stefan Neukirch, 54 Jahre alt
Diagnose seit 1993 · Video 01:01
In Ruhe Rätsel zu lösen und Zeitung zu lesen halfen Herrn Neukirch bei der Stressbewältigung.
Leben mit Haustieren
Das Zusammenleben mit Haustieren kann sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Einige der MS Betroffenen berichteten, dass Haustiere ihnen beim Umgang mit Stress geholfen haben. Dabei wurde hervorgehoben, dass diese Kraft, sowie eine Auszeit aus dem Alltag und der Fokussierung auf die MS geben.
Leben mit Haustieren
2 Erfahrungsberichte
Elke Schick, 52 Jahre alt
Diagnose seit 2003 · Video 01:49
Frau Schick beobachtete gerne Tiere und konnte dadurch eine Auszeit aus dem Alltag und der MS bekommen. Auch sie gab an, dass die Tiere ihr eine besondere Kraft gaben.
Karin Günther, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:09
Für Karin waren ihre Hunde ein Kraft- und Energiepol im Alltag. Sie empfand, dass ihre Haustiere ein besonderes Gespür für ihr persönlichen Empfinden haben.
Entspannungsverfahren
Entspannungsverfahren werden als Techniken beschrieben, welche bewusst und schnell zu einer Entspannungsreaktion führen. Diese werden unter anderem zur Stressbewältigung eingesetzt.
Dazu gehörten bei unseren Interviewten die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Meditation, Aufmerksamkeitsübungen und die Feldenkrais-Methode.
Die Progressive Muskelentspannung (PME) nach Jacobsen ist ein Therapieverfahren, bei dem Muskelgruppen im Wechsel angespannt und entspannt werden. Der Fokus liegt dabei bei dem Erleben des Übergangszustandes von An- zur Entspannung.
Die Feldenkrais-Methode ist eine komplexe körperorientierte Lernmethode, bei der Bewegungsmuster bewusst und achtsam wahrgenommen werden und neue Handlungsmöglichkeiten entdeckt und umgesetzt werden können.
Auch das Nutzen von Meditationsübungen wurde bei einigen MS Betroffenen als Maßnahme zur Entspannung genannt. Beispiele für Meditationstechniken, die auch von unseren Erzählerinnen und Erzählern praktiziert wurden, ist die Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) oder die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion nach Jon Kabat-Zinn.
Entspannungsverfahren
8 Erfahrungsberichte
Wiebke Seif, 37 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 00:36
Wiebke beschrieb, dass die PME aufgrund ihrer Spastik kein geeignetes Entspannungsverfahren für sie war.
Johannes Manske, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:29
Für Johannes bedeutete die Feldenkrais-Methode das Lernen, in seinen eigenen Körper hineinzuhören.
Wiebke Seif, 37 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:41
Für Wiebke Seif bedeutete die Feldenkrais-Methode ein Übungsverfahren, das jeder ausführen kann und welches Entspannung bringt. Hier beschrieb sie, wie eine Sitzung ablaufen kann.
Carola Müller, 44 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 02:23
Frau Müller berichtete davon, dass sie durch die Meditation eine volle Regeneration erfährt. Außerdem erzählte sie von den Inhalten der Meditation nach Joe Dispenza.
Johannes Manske, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:31
Für Herrn Manske half die MBSR dabei, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und nicht darauf zu warten, was die Zukunft bringt.
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Diagnose seit 2001 · Video 03:38
Für Frau Krahl war die Meditation unter anderem wichtig, um mit der MS umzugehen. Sie beschrieb den Ablauf ihrer MBSR-Sitzungen.
Volker Göring, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2002 · Video 00:46
Volker integrierte die PME auf seine eigene Art in seinen Alltag.
Johannes Manske, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 02:47
Für Johannes Manske waren Entspannungsübungen sehr wichtig. Er machte eine Kurzform der PME regelmäßig.
Psychologische Therapie
Einige der MS Betroffenen erzählten von ihren Erfahrungen bezüglich der Psychotherapie. Die Ziele von Psychotherapie im Allgemeinen sind zum einen das gemeinsame Erarbeiten von sozialen, emotionalen oder kognitiven Schwierigkeiten, zum anderen die Erkenntnis und Förderung eigener Ressourcen.
Psychologische Therapien
11 Erfahrungsberichte
Marina Neuser, 53 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 06:38
Marina erzählte von ihrer Therapieerfahrung, bei der auch die Neuropsychologie berücksichtigt wird. In der Therapie konnte sie ihre Sorgen los werden, ohne dabei auf den Zustand …
Luise Kampen, 29 Jahre alt
Diagnose seit 2013 · Video 02:11
Luise Kampen probierte die Psychotherapie aus, aber stellte für sich fest, dass sie diese nicht braucht und mehr auf die „Schulmedizin“ vertraut.
Wilhelm Taubert, 51 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 1:30:59
Herr Taubert hatte durch seinen Psychotherapeuten einen verlässlichen, stabilen Gesprächspartner. Einen Therapeuten zu finden, bei dem das Vertrauen stimmt, beschrieb er als …
Tanja Röhling, 32 Jahre alt
Diagnose seit 2009 · Video 00:46
Tanja entschied sich für eine Psychotherapie, um über ihre Zukunftsängste zu sprechen.
Simon Kern, 47 Jahre alt
Diagnose seit 1995 · Video 00:49
Herr Kern nahm die Psychotherapie vor allem aus Neugierde wahr und empfand es positiv auch über alltägliche, nicht krankheitsbezogene Dinge zu sprechen.
Simone Gehder, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 01:29
Simone entschied sich für die Psychotherapie aufgrund ihrer Ängste, die durch die Diagnosestellung auftraten.
Katharina Brecht, 48 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 02:29
Frau Brecht hat sich für die Psychotherapie entschieden, um offen über ihre Erkrankung erzählen zu können. Vor allem beschäftigte sie dabei die Frage „Warum ich?“.
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 02:31
Albert und seine Frau entschieden sich für eine Paartherapie, da sie erkannten, dass beide Ängste bezüglich der MS haben. Dadurch entwickelten sie ein besseres Verständnis für die …
Herta Brunner, 55 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:43
Den passenden Psychotherapeuten fand Frau Brunner nach längerer Suche über die Caritas. Durch die Psychotherapie erlangte sie ein Verständnis für die Ursache ihrer Erkrankung und …
Johannes Manske, 56 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 04:06
Für die Akzeptanz der MS half Johannes die Psychotherapie sehr. Über diese erhielt er zusätzlich den Rat MBSR auszuprobieren und hat diese Achtsamkeitsschulung für sich entdeckt.
Franziska Krahl, 36 Jahre alt
Diagnose seit 2001 · Video 04:22
Franziska empfand die Psychotherapie von allen Therapiemaßnahmen am hilfreichsten.
Achtsamkeit und Selbstfürsorge
Achtsamkeit bedeutet, gegenwärtige körperliche Reaktionen, Gedanken, Erinnerungen und Gefühle wahrzunehmen und zu akzeptieren. Achtsamkeit kann zur Stressbewältigung beitragen und darin schulen, bestimmte innere Vorgänge zu verstehen und Mitgefühl für sich selbst und andere zu entwickeln. Eng verknüpft mit der Achtsamkeit ist auch die Selbstfürsorge, welche das Wahrnehmen und Umsetzen innerer Bedürfnisse beschreibt. Diese äußerte sich beispielsweise bei manchen Interviewpartnern in ihrem Alltag, indem sie durch Achtsamkeit ein hohes Maß an Stress wahrnahmen und sich im Anschluss um ihre eigenen Bedürfnisse kümmerten und etwas gegen den Stress unternahmen. Auch wurde von Aktivitäten und Einstellungen berichtet, mit denen unsere Interviewten sich bewusst etwas Gutes taten.
Achtsamkeit und Selbstfürsorge
4 Erfahrungsberichte
Helene Stadler 53 Jahre alt
Diagnose seit 2005 · Video 02:16
Helene erzählte von der Schwierigkeit die eigenen Grenzen vorab zu bestimmen und zu erkennen.
Isabel Mai, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 01:19
Isabel Mai entschied sich, bewusst Zeit für sich in den Alltag zu integrieren.
Simone Gehder, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 02:24
Frau Gehder berichtete, wie sie ihren Stresspegel im Alltag wahrnahm und durch Ruhephasen reduzieren konnte.
Elke Conrad, 54 Jahre alt
Diagnose seit 2010 · Video 03:16
Vor allem die Fatigue setzte Frau Conrad Grenzen im Alltag auf. In dem Interview beschrieb sie die Schwierigkeit diese Grenzen zu akzeptieren und eine Balance von Aktivität und …
Austausch mit MS-Betroffenen
Viele der Teilnehmenden haben sich mit anderen MS Betroffenen über ihre Erkrankung ausgetauscht. Diese Kommunikation geschah auf ganz unterschiedliche Weise, wie beispielsweise über Internetforen, MS-Gruppen oder Selbsthilfegruppen. Einige empfanden den Austausch als besonders positiv, da sie dadurch unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen konnten, andere hoben den Informationsgewinn durch einen solchen Austausch hervor. Für einige konnte eine Stressreduktion durch den gemeinsamen Austausch erzielt werden.
Nicht für alle Erzähler trafen diese positiven Aspekte zu. Hinsichtlich des Austausches in Form einer Selbsthilfegruppe äußerten einige, dass für sie persönlich das Leid der MS zu sehr im Fokus stand.
Austausch mit MS-Betroffenen
8 Erfahrungsberichte
Vanessa Huber, 31 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 01:29
Vanessa probierte eine Selbsthilfegruppe aus, aber bemerkte, dass es für sie nicht passte.
Karin Günther, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 00:58
Karin Günther nutzte vor allem die Wochenendseminare ihrer lokalen Selbsthilfegruppe der AMSEL der DMSG, bei denen unterschiedliches Programm geboten wird.
Wiebke Seif, 37 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 02:27
Wiebke schätzte den Informationsaustausch zum Beispiel über die Teilerwerbsrente an ihrer Selbsthilfegruppe der AMSEL (DMSG) besonders.
Stefan Neukirch, 54 Jahre alt
Diagnose seit 1993 · Video 03:25
Stefan Neukirch berichtete über seine persönlichen Vorteile einer Selbsthilfegruppe. Sie entschied sich eine Kontaktgruppe zu übernehmen und setzte sich für Fahrdienste zu …
Klara Hensche, 55 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 02:07
Für Klara bedeutete die Selbsthilfegruppe unter anderem Spaß zu haben und sich auch über Dinge außerhalb der MS auszutauschen. Sie beschrieb, dass jeder für sich selbst …
Tanja Röhling, 32 Jahre alt
Diagnose seit 2009 · Video 00:44
Frau Röhling ging nicht weiter zu ihrer Selbsthilfegruppe, da ihr der Fokus zu sehr auf die MS gelegt wurde.
Simone Gehder, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 02:07
Frau Gehder berichtete von ihrer offenen Kommunikation in einem MS-Forum und wie dieses ihr bei der Stressbewältigung half.
Annalena Hilse, 33 Jahre alt
Diagnose seit 2010 · Video 02:06
Annalena bekam viel Rückhalt durch eine MS-Gruppe auf Facebook.
Aktives Leben und Wissenserwerb
Viele der MS Betroffenen gaben an, dass sie aufgrund der MS ihren Alltag neu strukturierten und dass sich diese Aktivität positiv auf ihr Befinden auswirkte. So suchten sich einige Ehrenämter oder Vereine oder wechselten aufgrund ihrer Einschränkungen zu einer passenderen Arbeit.
Neben diesen Punkten erzählten zudem viele, dass sie sich aktiv über ihre Erkrankungen informierten, zum Beispiel über Forensuchen, direkten Kontakt mit Gleichgesinnten, Vereinen und Gruppen oder Arztkontakten. Auch half es vielen, sich bezüglich im Bereich der Psychologie weiterzubilden und über psychische und kognitive Aspekte zu informieren.
Aktives Leben und Wissenserwerb
10 Erfahrungsberichte
Marina Neuser, 53 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 00:55
Marina Neuser suchte sich Ehrenämter, um eine Aktivität in ihren Alltag zu integrieren, Erfolgserlebnisse und Spaß zu haben.
Lisa Reimer, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 00:38
Lisa berichtete, dass man das Leben trotz Nachteilen versuchen sollte, so weiterzuleben wie vor der Diagnose auch.
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 00:58
Albert berichtete von seinem Arbeitsumfeld, welche ein großes Bewusstsein für die MS habe.
Annika Sandberger, 33 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 01:09
Frau Sandberger suchte sich einen weniger stressigen Job.
Sabine Raue, 21 Jahre alt
Diagnose seit 2017 · Video 01:51
Sabine konnte ihren Arbeitsrhythmus an ihre Fatigue-Symptomatik anpassen.
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 00:57
Herr Klein berichtete, dass er Informationen über die DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) erhielt.
Stephanie Krohn, 47 Jahre alt
Diagnose seit 2007 · Video 01:06
Stephanie Krohn berichtete, dass sie gelernt habe sich die Sachen, die sie kann, ins Gedächtnis zu rufen.
Albert Klein, 53 Jahre alt
Diagnose seit 2015 · Video 01:10
Albert Klein bemerkte, dass er selbst dazu fähig ist, das Beste aus der MS zu machen.
Carola Müller, 44 Jahre alt
Diagnose seit 1999 · Video 03:28
Frau Müller berichtete von ihrer eigenen Weiterbildung bezüglich Inhalte der Neurowissenschaften und der Glaubenssätze.
Marita Enke, 59 Jahre alt
Diagnose seit 2008 · Video 00:24
Marita Enke bildete sich weiter in Neurolinguistischer Prozessarbeit, welche sich mit der subjektiven Wahrnehmung von Personen beschäftigt.
Tabakrauchen – Reduktion und Verzicht
Rauchen beeinflusst sowohl die Entstehung als auch den Verlauf der MS mit. Einige MS Betroffene berichteten, dass sie schon früh nach der Diagnose mit dem Thema „Rauchen“ konfrontiert wurden.
Tabakrauchen - Reduktion und Verzicht
3 Erfahrungsberichte
Fabian Möllring, 44 Jahre alt
Diagnose seit 1998 · Video 00:41
Herr Möllring entschied sich, nicht zu rauchen und Alkohol zu trinken. Zudem lebt er vegan.
Wilhelm Taubert, 51 Jahre alt
Diagnose seit 2011 · Video 01:10
Wilhelm Hubert hat bisher nicht aufgehört zu rauchen.
Isabel Mai, 23 Jahre alt
Diagnose seit 2016 · Video 02:39
Isabel hat beschlossen endgültig mit dem Rauchen aufzuhören, als ihr bewusst wurde, dass es für sie generell mehr Nachteile als Vorteile bringt.